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Sich selbst und ihrer Musik immer treu geblieben

Shawue 2017: Friedrich Gierach, Lutz Neumann, Lukas Hilbrich, Heike Neumann, Burkhard Mette (von links).
Shawue 2017: Friedrich Gierach, Lutz Neumann, Lukas Hilbrich, Heike Neumann, Burkhard Mette (von links). FOTO: Shawue
Wüstermarke. Seit drei Jahrzehnten begeistert die Band Shawue mit ihrer Musik und ihrem eigenen Stil. Ihre Lieder stammen aus eigener Feder. Birgit Keilbach /

Die Musiker greifen die Gefühle der Menschen vor der Bühne auf und sind dabei nie sentimental. Kritische und nachdenkliche Texte von Shawue gingen schon immer über den Mikrokosmos eigener Befindlichkeiten hinaus.

"Wir sind uns und unserer Art von Musik immer treu geblieben und haben uns dabei nie dem Mainstream untergeordnet", sagt Lutz Neumann. Der Frontmann der Band schaffte es immer wieder, die Formation zu erhalten und durch schwierige Zeiten zu manövrieren. "Es gab viele musikalische Experimente, die mal mehr, mal weniger erfolgreich waren", beschreibt er die zahlreichen Höhen und Tiefen des Lebens der Band, die auch schon kurz vor dem Aus gestanden hatte. Dennoch sei es gelungen, immer wieder gute Musiker für die doch recht eigenwillige Musik von Shawue zu begeistern. Zwölf CDs und ungezählte Live-Auftritte in Deutschland und Österreich zählen zur erfolgreichen Bilanz. Shawue gehört damit zu den wenigen Bands im Land Brandenburg, die es geschafft haben, über eine so lange Zeit mit ihrer eigenen Musik unterwegs zu sein und im Geschäft zu bleiben.

Im Frühjahr 1987 hatten Lutz Neumann, Eckehard Bartsch, Swen Kahlert, Maik Grunow und Roland Reiser in Cottbus die Band "Déjà-vu" gegründet. "Es war von Anfang an klar, es sollte eine Rockband werden, mit hauptsächlich eigenen und in Deutsch gesungenen Songs, die gern auch etwas folkig klingen dürfen", blickt Lutz Neumann zurück. Geprobt wurde im Jugendclub "Onkel Toms Hütte" in Cottbus-Sachsendorf. Im Herbst 1987 stand die Band erstmals in Forst-Eulo auf der Bühne.

Die Texte der Songs riefen schon bald die DDR-Kulturfunktionäre auf den Plan. "Wir bekamen immer wieder die eine oder andere staatliche Blockade zu spüren", erzählt Lutz Neumann. Schlagzeuger Swen Kahlert zum Beispiel wurde kurzfristig zum Wehrdienst einberufen. Der Rest bekam die Auflage, der Band einen neuen Namen zu geben. "Nach langen Versuchen, beim Ursprung zu bleiben und den Bandnamen gleichklingend zu belassen, kam dann Shawue heraus."

Trotz der vielen Repressalien wurde die Band recht erfolgreich und konnte sich eine große Fangemeinde aufbauen. 1988/89 unterstützte Shawue die Umbruchbewegung in der DDR und trat oft bei entsprechenden Veranstaltungen auf.

Danach wurde es auch für Shawue schwierig, denn Klubs, Gasthäuser und Konzerthallen schlossen reihenweise und das kulturelle Leben in den neuen Bundesländern änderte sich rasant. 1992 startete Shawue nach einer Pause mit neuer Besetzung wieder. "Mit Christian Müller, Burkhard Mette und Burkhard Tischer begann für uns eine eine kreative und erfolgreiche Zeit", sagt Lutz Neumann. Die ersten CDs erschienen. "Der Wald stirbt ab", "Scheißkerl" und weitere Titel liefen im Radio. Der Hauptsitz der Band mit Probenraum und kleinem Studio wurde in Wüstermarke (Gemeinde Heideblick, Dahme-Spreewald-Kreis) eingerichtet. Shawue entwickelte sich zum Headliner vieler Festivals und teilte sich mit vielen bekannten Bands die Bühnen, darunter "Keimzeit", "Rammstein" und "Sportfreunde Stiller".

Ab 2000 begann eine Zeit mehrerer Umbrüche und Lutz Neumann war stets auf der Suche nach neuen Musikern. Ab 2007 war Shawue schon fast ein kleiner Familienbetrieb. Denn in diesem Jahr traten seine Frau Heike (Geige) und seine Tochter Charlott (Bass) der Band bei. Ebenfalls 2007 kam es zur Begegnung mit dem Ex-Scorpions-Gitarristen Uli Jon Roth.

Viele gemeinsame Konzerte folgten und es entwickelte sich eine tiefe Musiker-Freundschaft. 2013 kehrte Burkhard Mette wieder zu Shawue zurück. Im gleichen Jahr gründete Lutz Neumann sein eigenes Plattenlabel "Folk Wings Production".

2014 kam es zur derzeit letzten Umbesetzung. Friedrich Gierach übernahm den Posten an der Gitarre und Lukas Hilbrich den am Schlagzeug.

Zum Thema:
Ihren Folkrock bringt Shawue am heutigen Samstag, 17. Juni auf die Ferienpark-Bühne am Bernsdorfer Waldbad. Auch Ausnahmegitarrist Tino Standhaft wird angekündigt. Das Konzert beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Der Eintritt kostet 18 Euro.