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Service statt Milchkuhhaltung

Geschäftsführerin Claudia Mönch und ihr Geschäftsführer-Kollege Roland Nuck wollen das Gelände des Betriebs in Bergen nutzen, um Stellflächen für Besitzer von Caravans und Booten anzubieten. Sie überlegen auch, das Werkstattgebäude in Schuss zu bringen und es Bastlern zur Verfügung zu stellen.
Geschäftsführerin Claudia Mönch und ihr Geschäftsführer-Kollege Roland Nuck wollen das Gelände des Betriebs in Bergen nutzen, um Stellflächen für Besitzer von Caravans und Booten anzubieten. Sie überlegen auch, das Werkstattgebäude in Schuss zu bringen und es Bastlern zur Verfügung zu stellen. FOTO: Sascha Klein
Bergen. Claudia Mönch geht an den verwaisten Kuhställen vorbei. Das Herz schmerzt noch immer.Im vergangenen Jahr hat die Landwirtschafts-GmbH Bergen-Bluno den großen Schnitt gemacht. Die Milchproduktion hat sie abgeschafft, 450 Kühe verkauft, 16 Mitarbeiter entlassen. Sascha Klein

"Wir haben einen großen Teil Eigenkapital reingesteckt. Aber die Milchproduktion hat sich nie wirklich gerechnet", sagt Geschäftsführerin Claudia Mönch. Der Schritt war nötig, um die Existenz zu sichern. 20 Mitarbeiter sind noch da.

Jetzt steht die Frage: Was tun mit einem Riesenhof ohne Kühe? Claudia Mönch hat das vergangene Jahr gebraucht, um Antworten zu finden. Jetzt peilt das Agrar-Unternehmen neue Ziele an. Aus dem Sozialgebäude, das nur etwa 200 Meter von der Ortsverbindung von Bergen Richtung Geierswalde entfernt steht, sollen fünf bis sechs Fremdenzimmer werden. Zielgruppe sind Radler oder Urlauber, die eine einfache Bleibe suchen. Geplant sind Ein- und Zwei-Bett-Zimmer. Zurzeit sieht der gesamte Gebäudekomplex noch sehr nach Baustelle aus. Mitte kommenden Jahres könnten die Zimmer fertig sein, so Mönch.

Ein paar Meter weiter auf dem Gelände der Landwirtschafts-GmbH steht eine lang gezogene Halle. Drei Fahrzeuge stehen darin: ein Boot, ein Anhänger und ein Wohnmobil. Das ist die nächste Geschäftsidee, die Claudia Mönch und ihr Geschäftsführer-Kollege Roland Nuck ausgetüftelt haben. Die leere Halle, in der noch vor Kurzem Stroh lagerte, wird zur Winter-Unterkunft für Boote und Wohnmobile. Wer will, kann dort sein Gefährt unterstellen. Ein professionelles Schließsystem soll es demnächst noch geben. Für das Angebot gibt es auch schon einen Namen: Seenlandservice-Lausitz. Eine passende Internet-Adresse ist bereits freigeschaltet und wird in den kommenden Tagen weiter mit Inhalt gefüttert, sagt Claudia Mönch. Über diese Seite soll es später möglich sein, sowohl Fremdenzimmer zu buchen als auch Spargel oder Einstreu zu kaufen. Ein Online-Shop ist in Planung.

Natürlich setzt der Betrieb auch weiter auf Landwirtschaft, unter anderem auf den Bergener Spargel. Acht Hektar bewirtschaftet die Firma. Der Rinderzuchtbetrieb in Spreewitz, einer von mehreren Tochtergesellschaften, ist auf Bio umgestellt worden. Das bedeutet: schärfere Standards, weniger Ertrag, aber mehr Förderung. Dadurch soll sich die Produktion rechnen. Knapp über 100 Mutterkühe gibt es dort - plus etwa 60 Kälber.

Auch in Bluno soll es künftig eine Mutterkuhhaltung geben. Der Betrieb will sich darauf stärker konzentrieren, denn: "Wir müssen schließlich auch das Futter verwerten, das wir auf unserem Grünland produzieren", sagt Claudia Mönch. Auch daran hängen Förderungen.

Dabei verfolgt das Unternehmen mit all seinen Aktionen nur ein primäres Ziel: "Wir wollen den Betrieb auf weitere Standbeine stellen und damit Arbeitsplätze sichern", sagt Claudia Mönch.

www.seenlandservice-lausitz.de