Die Beine wiegt sie im Takt der Musik. Tobias versucht sich ihr anzupassen, bemüht sich um die richtige Umsetzung der Musik, versucht seine Bewegungen im Rollstuhl dem Takt anzupassen. Den interpretiert er so, wie es nur ein Rolli machen kann: durch Zug- und Schubbewegungen an den Rädern und durch rhythmische Pendelbewegungen des Oberkörpers. Das Drehen und das Tanzen, es klappt in dieser Übungsstunde zwar nicht auf Anhieb, aber erkennbar ist wenigstens in Ansätzen, dass aus den beiden, aus Rollstuhltänzer und Fußgänger, irgendwann einmal ein Tanzpaar wird. Übungsleiterin Ines Mackiewicz zeigt sich zufrieden.
Wer noch nie etwas vom Rollstuhltanzen gehört hat, der sollte einfach mal an einem Mittwoch- oder einem Donnerstagnachmittag im Speisesaal der Hoyerswerdaer Körperbehindertenschule "Dr. Friedrich Wolf” vorbeischauen. Um eine Ahnung zu bekommen, warum Rollstuhltanz zu den integrativsten Sportarten der Welt gehört. Behinderte sind dort total gleichberechtigt. Sechs bis acht Kinder sind es an diesem Nachmittag, denen die 45-jährige Ines Mackiewicz, die an der Körperbehindertenschule als Pädagogische Unterrichtshilfe arbeitet, die einzelnen Schrittfolgen erläutert. Worauf es besonders ankommt, das ist die genaue Abstimmung zwischen Fußgänger und Rollstuhlfahrer. Rolli-Tänzer brauchen nun einmal etwas mehr Platz als die Fußgänger. Die Drehungen sind einfach raumgreifender. Der größte Unterschied zum Tanz der Fußgänger, so Mackiewicz, sei die Technik und dass der Rollstuhl nun einmal nicht seitwärts fahren könne. Da gilt es, die Bewegungen so gut vorzubereiten, damit sie im richtigen Moment auch sitzen.
In der Gruppe der 45-Jährigen ist ein Großteil der Kinder nicht auf den Rollstuhl angewiesen. Einige der Kinder machen beim Rollstuhltanz mit, weil sie, wie das die kleine Katharina erzählt, "Spaß an der Technik” haben. Und, sie grinst dabei ein wenig verlegen: weil man beim Tanzen doch sitzen bleiben könne.

FSG-Medizin-Kurs "Rollstuhltanz”
Inhalt des Kurses: Den Teilnehmern soll in diesem Kurs die Freude an der Bewegung vermittelt werden. Mit dem Erlernen der Tanzschritte und des Rhythmusgefühls wird auch das Selbstvertrauen der Teilnehmer gestärkt. Zum Übungsprogramm gehören Showtänze.
Ort: Speisesaal des Sonderpädagogischen Förderzentrums für Körperbehinderte "Dr. Friedrich Wolf”
Zeit: jeden Mittwoch von 14 bis 15 Uhr sowie jeden Donnerstag von 15 bis 16 Uhr.
Kursleiterin: Ines Mackiewicz.
Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos.
Weitere Infos zum Rollstuhltanz bei: FSG Medizin Hoyerswerda, 03571/913344.