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| 01:37 Uhr

Serie: außergewöhnliche Angebote vorgestellt Wer war mein Urururur-Opa?

Joschka Fischer hat es wissen wollen. Er ließ nach den Wurzeln seiner Familie graben. Sein Stammbaum reicht zurück bis in das Jahr 1740, in dem Jacob Fischer und Franziska Yack die schwäbische Metzger-Dynastie begründeten, aus der der Grünen-Politiker stammt. Von Rainer Könen

Brasiliens Fußballstar Rivaldo lockte die Suche nach seinen Vorfahren ins Bochumer Rathaus. Seine Ur-Ur-Großmutter Maria Mathilde Bröring aus Südlohn im Münsterland hatte sich im 19. Jahrhundert in einen Brasilianer verliebt und war mit ihm durchgebrannt. Und auch den früheren US-Außenminister Donald Rumsfeld verschlug es auf der Suche nach seinen Ahnen nach Europa. In den kleinen Ort Weyhe bei Bremen. Von dort war seine Familie 1866 nach Amerika aufgebrochen.
Für Ahnenforschung interessieren sich weltweit zunehmend mehr Menschen. Schon längst ist die Ahnenforschung kein Hobby mehr für Rentner. „Die Menschen, die sich heutzutage für ihre Vorfahren interessieren, werden immer jünger”, erzählt Hans-Jürgen Schröter. Das seien Geschichtsinteressierte, „die einfach wissen wollen, wie ihre Vorfahren gelebt haben, woher sie gekommen sind.” Schröter muss es wissen. Denn schließlich ist der 47-Jährige Genealoge. Um es genau zu sagen, Berufsgenealoge. Einer von rund 100, die in Deutschland mit der Ahnenforschung ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Licht in Familiengeschichte
„Ahnenforschung ist oft der erste Schritt zu einem umfassenden Geschichtsbewusstsein”, erklärt es Schröter, der sich seit rund zehn Jahren mit der Genealogie, der Geschlechterkunde, auseinandersetzt. Wer wissen will, woher er kommt, erfahren möchte, woher seine Familie stammt, oder wer mit wem verwandt ist, dem kann Schröter Hinweise und Tipps geben: In seinem Seminar, das er am 9. Juni veranstalten wird. „Ich will dort allen interessierten Hobbygenealogen vermitteln, wie man an all die Informationen kommt, um Licht in die Familiengeschichte zu bekommen.” Vor allem aber, „wie schnell man an die wichtigen Infos zur Familiengeschichte kommt”. Denn oft sei es ja so, berichtet Schröter, dass etliche bei ihrem oft zeitraubenden Hobby einfach nicht mehr vorankämen. An den so genannten, von ihm bezeichneten „toten Punkt” gelangt seien, so Schröter weiter. Tote Punkte, das seien Personen in der Familiengeschichte, bei denen bestimmte markante Daten wie Geburtsdatum oder -ort einfach nicht zu ermitteln seien. Oder man vielmehr einfach nicht wisse, wo man da recherchieren müsse, um an die fehlenden Daten zu kommen. „Man kann aber diese toten Punkte überwinden”, so Schröter. Dass die Ahnenforschung in den letzten Jahren auch in der Region immer intensiver betrieben wird, erlebt Schröter tagtäglich in seinem Büro. Denn wer nicht auf eigene Faust nach seinen Vorfahren suchen möchte, beauftragt jemanden wie ihn. Wie interessant Ahnenforschung ist, beschreibt Schröter so: „Man kann danach süchtig werden, weil es so geheimnisvoll sein kann.” Das hört sich spannend an. Wer mehr wissen möchte, der sollte auf jeden Fall das Seminar besuchen.

Der VHS-Kurs „Familiengeschichte erleben”
Einstiegsseminar „Familiengeschichte erleben” richtet sich an Personen, die in die Erforschung ihrer Familiengeschichte einsteigen, sie fortführen und erlebbar machen wollen.
In der Kursreihe werden Forschungsquellen aufgezeigt, die Computer- und Internetgenealogie erschließt. Der Kurs ist ein Muss für alle diejenigen Interessenten, die Antworten suchen.
Die Veranstaltung wird am 9. Juni 2008 in der Zeit von 18.30 bis 20.45 Uhr im VHS-Stammhaus (Heinrich-Mann-Str. 35) durchgeführt.
15 Euro kosten die drei Unterrichtseinheiten