| 02:45 Uhr

Seniorenbeirat startet Stadtgespräch

Freude an Bewegung hält ihn jung, meint und zeigt Seniorenbeirat Detlef Degner.
Freude an Bewegung hält ihn jung, meint und zeigt Seniorenbeirat Detlef Degner. FOTO: Mandy Decker/mdr1
Hoyerswerda. Zu seinem ersten "Stadtgespräch" hat der im September 2014 neu gewählte Seniorenbeirat die älteren Bürger von Hoyerswerda eingeladen. Thema des unterhaltsamen Nachmittags in den Räumen der Wohnungsgenossenschaft war die "Sicherheit im Alltag". mdr1

Drei Dozenten hatten die Seniorenbeiräte für die Gestaltung ihres ersten Themennachmittags eingeladen. Über den Erhalt von Fitness und Beweglichkeit im Alter sprach Mario Adolphs. Der Karate-Trainer gibt einmal in der Woche einen Bewegungskurs für Senioren und lobte ausdrücklich die Fähigkeiten, die er bei seinen "Schützlingen" regelmäßig beobachtet. "Ich bin immer wieder erstaunt, was 70-Jährige noch können und was die Vier- und Fünfjährige heute nicht mehr können", stellt Adolphs fest. In einem Versuch lässt er die Senioren an ihren Stühlen Dehnungsübungen probieren. Schon das kurze Training zeigt Effekte in der Beweglichkeit. Es ist also nie zu spät, Sport zu treiben, den Körper erfahren die Gäste.

Durchaus zu spät kann es sein, wenn man über die Installation eines Hausnotrufes zulange nachsinnt, mahnt Seniorenhausbetreuer Ronny Schuldt. Das System helfe nicht nur alten Menschen, sich zu Hause in Sicherheit zu wissen. Für sie aber sei es eine Möglichkeit, länger selbstbestimmt im eigenen Heim zu leben. Besonders Personen mit chronischen Erkrankungen, Alleinlebenden und Menschen, die sich allgemein unsicher auf den eigenen Beinen fühlen, sei der Hausnotruf anzuraten. Auch für Menschen mit Sprach- und Hörproblemen könne die Station, an die bis zu zehn Geräte wie Rauch- und Bewegungsmelder oder auch die Hausklingel angeschlossen werden können, ein wichtiges Hilfsmittel in Alltags- oder Notsituationen darstellen.

Helfen sollten in einer Notsituation aber nicht nur Geräte, sondern auch die Mitmenschen können. Darum erklärte Kriseninterventionsberater Christian Fliegner die Grundlagen der ersten Hilfe. Die Deutschen gehörten neben den Spaniern und Italienern zu den Schlusslichtern in der Soforthilfe, berichtete Fliegner. Ursache sei die unbegründete Angst, Fehler zu machen, die die Menschen abhält, überhaupt Hilfe zu leisten. Neben der Kontrolle der Vitalfunktionen, der Herzdruck-Massage, der Lagerung in stabiler Seitenlage und der aufrechten Positionierung bei akuter Atemnot oder einem Schlaganfall sei die Wahl des Notrufes 112 die wichtigste Hilfe für den Betroffenen. "Wir sind darauf angewiesen, dass uns jemand anruft, damit wir überhaupt kommen und helfen könne", schärfte Fliegner den Zuhörern ein.

Der Seniorenbeirat möchte die Reihe "Stadtgespräche" in vierteljährlichem Turnus weiterführen. Nächstes Thema wird voraussichtlich die Sicherheit für ältere Bürger aus Sicht der Polizei sein.