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Botanik
Seltene Teufelszunge blüht erneut im Tropenhaus

Der Zoologische Leiter Eugène Bruins misst die wieder erblühte Teufelszunge.
Der Zoologische Leiter Eugène Bruins misst die wieder erblühte Teufelszunge. FOTO: Zoo Hoyerswerda
Hoyerswerda. Der kleine Bruder des Titanwurz stinkt nicht ganz so fürchterlich.

Im Tropenhaus des Zoos Hoyerswerda wird in den nächsten Tagen wieder eine seltene und eindrucksvolle Pflanze der Gattung Amorphophallus zu sehen sein. Die hier gezeigte Art, die Teufelszunge oder umgangssprachlich auch „Penispflanze“ genannt, wird nur für circa eine Woche blühen, wie Stefanie Jürß mitteilt. Interessierte können schon jetzt den Wachstumsprozess bis zum Erblühen der großen Blüte im Tropenhaus verfolgen. Allerdings kann es nun auch ganz schnell gehen bis sich die fast eineinhalb Meter hohe Blüte öffnet. Im vergangenen Jahr erreichte die Pflanze eine Höhe von 1,74 Metern.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem südostasiatischen Raum. Die Teufelszunge ist eine Pflanze, die nicht jedes Jahr blüht und auch die Knolle muss erst eine gewisse Größe erlangen, bevor sie überhaupt eine Blüte ausbilden kann. Und wenn sie blüht, versprüht sie einen nach Aas duftenden, aber dennoch süßlichen Geruch. Jedes Jahr nach der Winterruhe wächst aus der Knolle ein großes Blatt, das breitgefächert ist und aussieht, als wäre es ein kleiner Baum. Im Herbst vertrocknet das Blatt und die Knolle tritt wieder in eine Ruhephase. In der Wurzel der kuriosen Pflanze ist der Lebensmittelzusatzstoff E 425 enthalten. Er wird in Asien für die Herstellung von Gummitieren verwendet. Der große Bruder der Pflanze ist der Titanwurz, die größte und am meisten stinkende Blume der Welt.