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Seit 75 Jahren fest in Familienhand

Prüfender Blick: Braumeister Stefan Glaab kontrolliert im Sudhaus eine Bierprobe.
Prüfender Blick: Braumeister Stefan Glaab kontrolliert im Sudhaus eine Bierprobe. FOTO: Christiane Klein/chk1
Wittichenau. Die Brauer aus Wittichenau schauen auf ein gutes Jahr 2014 zurück, denn in der Region konnten sie mehr Flaschenbier verkaufen. In diesem Jahr steht ein besonderes Jubiläum bevor: Seit 75 Jahren steht die Stadtbrauerei unter der Regie von Familie Glaab. Christiane Klein / chk1

Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) ist positiv gestimmt: Nach vorläufigen Schätzungen habe der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum von Bier im vorigen Jahr bei 107 Litern gelegen und sei damit im Vergleich zu 2013 erstmals seit Jahren wieder leicht angestiegen, vermeldete der DBB Anfang dieses Jahres. Die Wittichenauer Brauerei folgt dem Bundestrend: Das traditionsreiche Unternehmen kann für 2014 ebenfalls eine Steigerung beim Absatz verbuchen. Der Grund: Die Wittichenauer konnten mehr Flaschenbier in der Region verkaufen, wie Vertriebsleiter Johannes Glaab erklärt.

Insgesamt lag die Produktionsmenge im Vorjahr bei rund 15 000 Hektolitern Bier. "Bis zum Juli war das Wetter richtig gut und der Absatz lag sogar über dem Vorjahresniveau. Der verregnete August hat das Plus dann allerdings wieder etwas vermiest", sagt Glaab und hofft auf einen guten Sommer, der Durst auf Bier macht.

In diesem Jahr stehen die Glaabs vor einem ganz besonderen Jubiläum: Seit einem dreiviertel Jahrhundert befindet sich die Brauerei jetzt im Familienbesitz. Stefan und Johannes Glaab führen den Betrieb in dritter Generation und beschäftigen derzeit 19 Mitarbeiter. Beim Brauereifest im September soll das Jubiläum gefeiert werden. "Wir überlegen derzeit, ob wir aus diesem Anlass ein besonderes Festbier brauen", sagt Johannes Glaab. Das "Festgelände" wird bereits aufgehübscht: Der Innenhof der Brauerei wurde neu gepflastert. Es soll die größte Investition in diesem Jahr bleiben.

Die Verkaufsschlager der Brauerei sind nach wie vor neben dem Wittichenauer Pils das Lausitzer Kupfer und das Lausitzer Radler. Seit einigen Jahren produziert der Betrieb außerdem "Quartiermeister" für eine Berliner Initiative, die mit dem Verkauf regionale Projekte unterstützt - mit wachsendem Erfolg. "Mittlerweile gibt es dieses Bier auch in Dresden und Leipzig", freut sich Johannes Glaab.

Zwölf Sorten werden unter der Regie von Braumeister und Geschäftsführer Stefan Glaab inzwischen insgesamt in der Stadtbrauerei hergestellt. Seit diesem Jahr kommen die Lausitzer Biere in einheitlichem Aussehen daher, denn das Unternehmen hat sich bei seinen Etiketten ein neues Design verpasst und will damit auch einen höheren Wiedererkennungswert schaffen. Zudem setzt das Traditionshaus bei der Vermarktung seiner Produkte verstärkt auf den Faktor Regionalität - das gilt für das Vertriebsgebiet ebenso wie für die Rohstoffe und Produktnamen wie "Schwarzer Müller" und "Krabat-Pils". "Unsere Biere werden aufwändiger hergestellt als in Großbrauereien. Bei uns steckt mehr Handarbeit drin", betont Glaab, der seit vielen Jahren im Erzeuger-Netzwerk "Die Lausitz schmeckt" aktiv ist. "Wir arbeiten überwiegend mit regionalen Produkten und hier kann jeder schauen kommen, wie das Bier entsteht." Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am 23. April beim Tag des deutschen Bieres. Dann öffnet die Brauerei zwischen 10 und 14 Uhr ihre Türen und bietet Führungen an.