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| 16:30 Uhr

Nachwuchsarbeit am Ball
Seenlandkicker spielen für die Region

Nils Hoffmann, der Initiator der Seenlandkicker und Trainer der Bambini-Mannschaft, bringt beim Training den jüngsten Nachwuchsspielern die Koordination am Ball bei.
Nils Hoffmann, der Initiator der Seenlandkicker und Trainer der Bambini-Mannschaft, bringt beim Training den jüngsten Nachwuchsspielern die Koordination am Ball bei. FOTO: Anja Guhlan
Laubusch. Gemeinsam sind sie stark, die Nachwuchs-Fußballer aus Laubusch, Bluno und der Seenland-Region. Die Seenlandkicker sollen Spaß machen - und später vielleicht den einen oder anderen Spieler in die Männermannschaften spülen. Von Anja Guhlan

Seit gut vier Jahren jagen rund 120 Nachwuchsfußballer aus Laubusch, Bluno und weiteren zwölf Ortschaften der Region dem runden Leder hinterher. Acht Jugendteams, angefangen bei den Drei- bis Sechsjährigen als Bambinis bis hin zu den 14- bis 16-Jährigen bei den B-und C-Junioren,  spielen momentan bei den Seenlandkickern. Inzwischen haben alle Teams die Kreisliga erreicht. Eine Gemeinschaft, die in der Region nicht mehr wegzudenken ist .

Als es im Jahr 2012 ganz trüb um den Nachwuchs bei fast allen Vereinen in der Region aussah, entwickelten die Vereine LSV Bluno und der SV Laubusch eine Nachwuchsgruppe namens Seenlandkicker. „Egal wo die Spieler herkommen, es soll um das Fußballspielen und die sportliche Aktivität gehen“, so Nils Hoffmann, der Leiter des Nachwuchsbetriebs und Initiator der Seenlandkicker. „Wir wollen nämlich noch in zehn oder zwanzig Jahren auf unseren Fußballplätzen Spiele sehen. Das geht nur mit einer engagierten Nachwuchsarbeit. So haben sich die Nachwuchstrainer beider Vereine damals zusammengeschlossen und bilden gemeinsam bis heute den Nachwuchs aus.“

Und diese Nachwuchsarbeit basiert auf zahlreichen Pfeilern: Das fängt beim Training an. „Zwei Mal in der Woche trainiert jede Mannschaft in Laubusch. Dazu kommen die Spiele an den Wochenenden“, erklärt Nils Hoffmann. So trainieren schon bei den Bambinis mehr als 20 Kinder. Und auch eine Kindersportgruppe mit Dreijährigen, die an den Sport herangeführt werden sollen und von Susann Schulz betreut werden, ist etabliert worden.

Zudem stoßen bei jedem Training neue Kinder dazu. So schnuppert der fünfjährige Julian Engler zum ersten Mal bei den Seenlandkickern hinein. Sein Vater Henry Born meint: „Ich habe selbst in der Jugend Fußball gespielt und freue mich, wenn mein Sohn sich auch sportlich betätigt. Und von den Seenlandkickern hat man bisher nur Gutes gehört.“ Nils Hoffmann sagt, dass auch selbst Kinder eine Chance bekämen, deren Talent sich nicht gleich beim ersten Spiel zeige. Weggeschickt werde niemand. Die Brüder Max (6) und Tom Bandel (3) spielen schon länger bei den Seenlandkickern. „Ich spiele hier gern Fußball mit den anderen. Das Training ist nicht schwer und macht Spaß“, sagt Max Bandel.  Auch Oskar-Maik Präger (4) ist bei den Seenlandkickern ganz glücklich. Seine Mutter Carolin Präger sagt: „Hier wird mit viel Begeisterung und Leidenschaft den Jugendlichen das Fußballspielen beigebracht und darüber hinaus auch soziale Werte wie Teamgeist vermittelt. Das gefällt mir.“

Hoffmann betont, dass Spaß und Freude am Spielen stets im Vordergrund stehen. Aber auch die Spielregeln, sportliche Eigenschaften wie Koordination und Ausdauer am Ball sowie soziale Werte wie Disziplin und Teamfähigkeit sollen vermittelt werden. Die Nachwuchstrainer gehen zudem bei ihrer mittlerweile seit zwei Jahren stattfindenden Kita-Tour in acht Kindertagesstätten, um dort in jeweils einer Stunde den Kindern Ballsportarten näher zu bringen. „Im Frühjahr 2018 soll auch ein Kita-Cup stattfinden“, erklärt Hoffmann.

Auch Fußball-Camps wie einst mit Spielern der SG Dynamo Dresden oder ein Torwart-Training mit Spielern des Fußballclubs Energie Cottbus werden jährlich organisiert. Darüber hinaus werden eigene Turniere wie das Neujahrsturnier durchgeführt oder Teilnahmen bei regionalen Festen oder Veranstaltungen ausgehandelt.

Die Seenlandkicker besitzen auch eine eigene Webseite, die mittlerweile mehr als 150 000 Besucher aufweisen kann. Auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook sind die Initiatoren, ehrenamtlichen Macher und Trainer der Seenlandkicker aktiv. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren einen guten Namen aufgebaut. Den gilt es jetzt zu halten“, sagt Nils Hoffmann, der seit 23 Jahren dem Laubuscher Sportverein angehört. „Für uns ist es der schönste Lohn, wenn die Kinder gern zum Training kommen und stolz sind, als Seenlandkicker um Tore und Punkte zu kämpfen“, meint er.

Mittelfristig gesehen solle der Nachwuchs dann in die Männermannschaften von Bluno und Laubusch oder anderen Ortschaften integriert werden. Allerdings gebe es erfahrungsgemäß beim Sprung von den A-Junioren zu den Männern einen großen Schnitt. „Dann beginnt in der Regel das Berufsleben oder das Studium und nicht wenige Spieler verlassen die Region“, weiß Nils Hoffmann. Daher sei es schon sehr erfreulich, wenn später aus der Jugend zumindest drei, vier Fußballer in den jeweiligen Männerteams spielen.