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| 02:39 Uhr

Seenlandkasper jagt Zuckertüten-Räuber

Das Tätzschwitzer Feuerwehrhaus verwandelte sich zur Freude der kleinen Besucher in ein Puppentheater.
Das Tätzschwitzer Feuerwehrhaus verwandelte sich zur Freude der kleinen Besucher in ein Puppentheater. FOTO: amz1
Tätzschwitz. Tätzschwitzer präsentieren handgemachtes Puppentheater. Der Bösewicht darf dabei sein Unwesen im Feuerwehr-Gerätehaus treiben. amz1

Es scheint zum Verzweifeln! Jedes Mal, wenn die Hobby-Puppenspieler des Tätzschwitzer Schul- und Heimatstubenvereins ihren Seenlandkasper zum Leben erwecken, schüttet es wie aus Kannen. Bereits im vergangenen Jahr ging exakt zur avisierten Freiluft-Schau ein Gewitter nieder, genau zwölf Monate später gibt es ebenfalls ein Donnerwetter. So fällt die Vorstellung auf der Wiese neben der Heimatstube ins Wasser.

Doch die rührigen Tätzschwitzer Männer und Frauen ziehen ein Ass aus dem Ärmel: Spontan springen die Kameraden der Feuerwehr ein. Sie stellen ihr Gerätehaus für Kasper und Co. zur Verfügung. Somit können die beiden Vorstellungen, für die Vereinsvorsitzende Martina Petschick die Regie führt, doch noch im Trockenen stattfinden.

Knapp 20 Kinder verfolgen das Spektakel. Zunächst stellt der Seenlandkasper gemeinsam mit dem Polizisten einen Räuber zur Rede, der mal eben bei Rot über die Straße läuft. "Verkehrserziehung für unsere Kinder", erklärt Martina Petschick.

Im zweiten Stück treibt der Räuber erneut sein Unwesen. Er stiehlt einem Mädchen nicht nur deren Zuckertüte, sondern auch noch den Schulranzen. Doch es gibt in beiden Geschichten ein glückliches Ende, und der Räuber bekommt sogar noch rechtmäßig eine eigene Zuckertüte.

Insgesamt sechs Tätzschwitzer lassen die Puppen tanzen. Der Seenlandkasper weiß sogar zwei Laienspieler hinter sich. Während Heidi Eckstein der Figur die Stimme leiht, versetzt ihn Cornelia Schnippa in Bewegung. Für den Räuber zeichnet sich Gerhard Schmaler verantwortlich. "Er darf immer die Bösen spielen", verrät Heidi Eckstein.

Rund zwei Monate haben die Tätzschwitzer beide Stücke einstudiert. Und bei der Generalprobe einen Tag vor der Aufführung hat am Backofen unter freiem Himmel alles bestens geklappt. Das bekam auch Familie Grahl aus Dippoldiswalde mit. "Wir kamen zufällig zur Probe vorbei und wurden für die Vorstellung eingeladen", erzählt Michelle Grahl, die mit ihrer kleinen Frieda ins Feuerwehrhaus gekommen ist. Das Angebot habe sich die junge Familie nicht entgehen lassen. "Ein klasse Höhepunkt für unser verlängertes Wochenende im Lausitzer Seenland", freuen sich die Osterzgebirgler. Ebenso begeistert ist die zehnjährige Sarah aus Bluno. "Die jüngeren Kinder können dabei noch richtig was lernen. Echt super", sagt die Schülerin sichtlich begeistert.

Wann die Tätzschwitzer das nächste Mal die Puppen tanzen lassen, sei noch offen, so Martina Petschick. Auf jeden Fall werde das Theater, das 2013 aus einer DDR-Spielzeug-Ausstellung in der örtlichen Heimatstube hervorgegangen war, immer beliebter. "Wenn wir wieder spielen, dann aber auf jeden Fall unter freiem Himmel", bringt die Heimatstuben-Chefin ihre Bedingung auf den Punkt.