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Seenland-Wälder ziehen sich immer mehr ein Laubgewand an

Hoyerswerda. Die heimischen Naturschützer freuen sich: Denn in den einst monotonen Kiefernforsten im Kerngebiet des Lausitzer Seenlandes übernehmen immer mehr die Laubbäume die Oberhand. Insbesondere Eichen und Linden sind auf dem Vormarsch. Torsten Richter/trt1

Das hat Dr. Alexander Harter, Geschäftsführer der Naturschutzgroßprojekt (NGP) Lausitzer Seenland gGmbH, bekanntgegeben.

Früchte des Aufforstung

An diesem Phänomen haben die Naturschützer einen nicht unerheblichen Anteil. Denn seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts wurden unzählige junge Bäumchen in die Bergbaufolgelandschaft eingebracht. Inzwischen seien beispielsweise die Winterlinden schon über zwei Meter hoch. Noch befinden sich die Gehölze unter dem schützenden Schirm der höheren Kiefern. Doch nach und nach brechen die Nadelbäume durch verschiedene Aspekte, etwa durch Käfer und Pilze, zusammen. "Die Waldbestände verändern sich also zum Positiven", erklärt Harter. Schließlich gelten Laub- und Mischwälder als wesentlich vitaler als die fragilen Kiefernforsten. Das sei insbesondere auf solch schwierigen Standorten wie den Kippenböden der Bergbaufolgelandschaft rund um Hoyerswerda von Vorteil.

Allerdings müssten die Zukunftswälder in ihrem Jugendalter regelmäßig gepflegt werden. So werde das wie Unkraut wuchernde Landreitgras abgemäht. Zudem sorgten Fallen dafür, dass die Mäuse nicht überhandnähmen. Die Nager verursachten durch ihren Fraß mitunter Schäden, die bis zum Absterben der jungen Bäume führen können. Nicht zuletzt entstünden durch die tatkräftige Mithilfe der Naturschützer ursprünglich weit in der Lausitz verbreitete Landschaftsbilder. Beispielsweise Hutewälder (Waldweiden) südlich des Blunoer Südsees oder Waldwiesen bei Laubusch. Diese strukturreichen Habitate böten auch gefährdeten Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum.

Seltene Tiere folgen

Mehr noch: Im Lausitzer Seenland gedeihen sogar vom Aussterben bedrohte Pflanzen, beispielsweise die eher unscheinbare Mondraute. In der Tierwelt sieht es nach Angaben der Forstwirte ähnlich aus. Inzwischen würden rund um die neuen Seen unter anderem die seltenen Schlingnattern sowie Steinkauze leben.