Ob unter diesen Bedingungen das Vorhaben überhaupt durchgezogen werden kann, ist allerdings fraglich.
Am Sonntag hatten sich die Geierswalder Ortschaftsräte getroffen, um ihre Stellungnahme zum aktuellen Flächennutzungsplan der Gemeinde Elsterheide zu formulieren. Ein wichtiger Punkt war dabei die Wohnbaufläche der schwimmenden Häuser. Am Ende einigte man sich auf einen Kompromiss, „weil wir mit einer Stimme sprechen wollen“ , wie Ortsvorsteher Karl-Heinz Radochla erklärt. Danach ist eine Begrenzung auf maximal 12 Häuser vorgesehen. Die bisher ausgewiesene Wohnbaufläche soll insbesondere landseitig reduziert werden. Die Sorgen der Geierswalder: Der Investor sichert sich die Filetgrundstücke direkt am See - und hat am Ende vielleicht gar kein Interesse mehr an den Häusern direkt auf dem Wasser. „Primat hat der Präsentationsstandort Schwimmende Häuser als kleine Wohnsiedlung auf dem Wasser und als Herausstellungsmerkmal des Schlüsselprojekts Wasserwelt Geierswalde“ , heißt es deshalb in der Formulierung des Ortschaftsrates.
Die Debatte am Montagabend nutzten dann auch zahlreiche Geierswalder, um ihre Sorgen und Befürchtungen kundzutun. Denn längst hat sich im Ort auch Widerstand gegen die Wohnsiedlung auf dem Wasser formiert. Die Angst, nicht mehr ungehindert an den See zu kommen, bildet die Grundlage für die Protestbewegung. Doch auch Lärm auf dem und am Wasser befürchten die Bewohner der angrenzenden Eigenheimsiedlung.
Dem potenziellen Investor Thomas Wilde sind diese Debatten nicht entgangen. Auch mit der Positionierung des Ort schaftsrates, die Häuserzahl zu reduzieren, kann er sich nicht so recht anfreunden. Das teilte er dem Geierswalder Ortsvorsteher Karl-Heinz Radochla am Montag auch per Fax mit. Unter den neuen Rahmenbedingungen sei es fraglich, ob die angedachte Acht-Millionen-Euro-Investition auch umgesetzt werden könne, so die erste Reaktion von Wilde. Eine Aussage, die viel Raum für Spekulationen bietet.
Professor Wolfgang Fischer vom Institut für Freiraumplanung und Siedlungsstruktur in Dresden, der sich bereits seit 1999 mit dem Thema beschäftigt, sieht jedenfalls unter den aktuellen Bedingungen die Aussichten alles andere denn rosig. „Das rechnet sich nicht“ , erklärte er am Montag vor dem Ortschaftsrat. Mindestens 30 Häuser müssten es seiner Meinung nach sein.
Ortsvorsteher Karl-Heinz Radochla hingegen hat das Vorhaben noch längst nicht aufgegeben. Er wolle nun in Gesprächen mit dem Investor versuchen, die Forderungen der Einwohner vor Ort mit den Wünschen des Bauherren in Einklang zu bringen. Denn in einer Frage herrsche im Ort weiter Einigkeit, so Radochla. „Das Projekt bringt uns voran.“