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Schwerstarbeit beim Dorffest

Auf Kraft und Geschicklichkeit kommt es an: Beim Dorffest von Bergen und Neuwiese mussten die Teilnehmer ordentlich schleppen.
Auf Kraft und Geschicklichkeit kommt es an: Beim Dorffest von Bergen und Neuwiese mussten die Teilnehmer ordentlich schleppen. FOTO: amz1
Bergen. Viel Kraft haben die Bergener und Neuwieser bei ihrem gemeinsamen Dorffest in diesem Jahr investieren müssen. Schließlich steht ein Gaudi-Wettbewerb auf dem Programm, der es in sich hat. amz1

Denn einen Findling, der genau 182 Kilogramm auf die Waage bringt, müssen jeweils drei Männer, die eine Mannschaft bilden, über eine geschätzt 20 bis 30 Meter lange Distanz auf dem grasigen Anger ziehen. Die Klamotte besitzt einen Haken, an dem ein Seil befestigt ist. An dem Strick muss kräftig gezogen werden, damit sich der Stein bewegt. Für die Frauen haben es die Organisatoren des Gaudi-Ausscheids um Jörg Lindner etwas leichter gemacht. Deren Stein ist wesentlich leichter.

Insgesamt kämpfen neun Mannschaften, darunter vier aus Bergen und fünf aus Neuwiese, um die Ehre. Neben dem Klamottenziehen müssen die Teilnehmer eine Staffel möglichst fehlerfrei bewerkstelligen. Dabei geht es darum, in einer Verkleidung inklusive Holzpantoffeln mit einer Kiepe voller Brennholz über einen Strohballen zu springen, eine Wippe zu über- und ein Seil zu unterqueren, um mehrere Kürbisse Slalom zu laufen und am Ende das Holz in eine Regentonne auszukippen. Deren Inhalt wird Sekunden später von der Jury gemessen. Die Werte bewegen sich zumeist zwischen 45 und 65 Kilogramm.

Beim dritten Wettbewerb geht es um Geschicklichkeit. Insgesamt sieben handwerkliche Gegenstände müssen auf einem Brett, das via Seil an einer der Dorfanger-Linden hängt, so positioniert werden, dass nichts hinunterfällt. Die Mannschaften haben an den Wettbewerben jedenfalls eine Menge Spaß. Manche der Teams bringen sogar ihre eigenen Fanklubs mit. So heißt es auf dem Banner der "SG Atemlos: "Ihr blast Sie alle weg".

"Wir haben uns die Ausscheide selbst einfallen lassen", erzählt Wettkampfleiter Jörg Lindner. Vieles sei der eigenen Fantasie entsprungen. Darüber hinaus habe das Internet die eine oder andere Idee geliefert. Traditionell gibt es jedes Jahr zum Dorffest einen entsprechenden Gaudi-Wettkampf. In ungeraden Jahren findet die Veranstaltung in Bergen, in geraden Jahren in Neuwiese statt. "Die Einwohner beider Orte können sehr gut miteinander", weiß Wolfgang Witschaß als Ortsvorsteher. Derzeit lebten in Bergen rund 670 Menschen. Dem stünden etwa 180 Neuwieser gegenüber.

Zum Dorffest gibt es noch eine ganze Anzahl weiterer Attraktionen. Beispielsweise das Fische greifen im Bergener Springbrunnen. Das Wassersprudeln wird für den Ausscheid abgestellt, die insgesamt 18 Düsen mit Hüllen versehen, damit sich niemand verletzt. Dann gilt es für die Kinder, die insgesamt fünf im Becken befindlichen Fische mit bloßen Händen herauszuangeln. Ein Riesenspaß für den Nachwuchs, auch wenn mancher anschließend pitschnass aus dem Brunnen steigt.

Für die Vorbereitung des Dorffestes zeichnen viele Ehrenamtler verantwortlich. Fast alle Männer der beiden Ortsteile packen mit an. Selbst die schmucken Wimpelketten rund um den Bergener Anger fehlen nicht. Die Frauen zeichnen für die vielen selbst gebackenen Kuchen verantwortlich. "Wir haben hier ein klasse Gemeinschaftsgefühl", lobt der Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark, der selbst Bergener ist. Im kommenden Jahr sind indes wieder die Neuwieser auf ihrem nicht minder reizvollen Anger an der Reihe. Mal sehen, wie sie das 2017er-Dorffest noch toppen wollen.