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Schwarzer Müller auf der Spur der Irrlichter

Der Schwarze Müller mit seinen Wanderern auf dem Weg zum Kubitzberg.
Der Schwarze Müller mit seinen Wanderern auf dem Weg zum Kubitzberg. FOTO: amz1
Schwarzkollm. Der Schwarze Müller von der Krabatmühle kann sich offenbar nicht vor Fans retten. Zur Winterwanderung kamen über 80 Gäste nach Schwarzkollm. amz1

Manche hatten selbst die Anreise aus Dresden und aus Bad Muskau nicht gescheut. Belohnt wurden die Teilnehmer nicht nur mit der reizvollen Landschaft rund um das Krabatdorf, sondern ebenso mit wunderbarem, sonnigem Wetter.

Kurioserweise begibt sich der Schwarze Müller, alias Dieter Klimek, ausgerechnet im Hochwinter auf die Spur der Irrlichter. Normalerweise treten diese im Sommer zutage. Doch der Müller will auf etwas anderes hinaus: "Irrlichter, die in vielen Lausitzer Sagen vorkommen, sind dort zu finden, wo es Wasser gibt." Und das ist in und um Schwarzkollm reichlich zu finden. Sonst könnte sich schließlich auch das Mühlrad nicht drehen.

Apropos Mühle: Natürlich darf während der Wanderung der Hinweis nicht fehlen, wo die tatsächliche Krabatmühle mal gestanden hatte. Und zwar nur einen Steinwurf von der nachgebauten Kopie entfernt. "Schauen Sie mal dort zu der alten Scheune hinüber", fordert Dieter Klimek die Wanderer auf. "Direkt daneben sind noch die Grundmauern zu sehen." Die originale Mühle, in der Krabat im 17. Jahrhundert das Müllerhandwerk gelernt haben soll, war bereits vor langer Zeit, ebenso wie ihre unmittelbare Nachfolgerin, abgebrannt.

Darüber hinaus erfahren die Sagen- und Naturfreunde, dass es einst zwölf Müllerburschen gab, die der Schwarze Müller in Raben verwandelte. Diese sind bis heute im Dorfbild präsent, beispielsweise am zur Mühle führenden Koselbruchweg. Von diesem wiederum hat man einen weiten Blick über die Schwarzkollmer Felder. "Früher waren das nasse Flächen, über denen die Irrlichter tanzten", berichtet Dieter Klimek. Krabat habe dann mitgeholfen, das Gebiet mittels Gräben trockenzulegen, damit dort Getreide wachsen konnte.

Dass Schwarzkollm ein beliebter Wohnstandort ist, erfahren die Wanderer vor dem Krabat-Kindergarten. Der platze aus allen Nähten. Daher werde genau dort ein Neubau geplant, wo sich früher die alte Gaststätte befand. Junge Geister, so berichtet Klimek weiter, würden auch in jüngster Zeit die Schwarzkollmer Kirchenorgel spielen. Westlich des Gotteshauses geht es bergan. Schließlich liegt Schwarzkollm im Tal, das von Kubitz-, Petzer- und Steinberg eingerahmt werde. Die Aussicht vom Weg, der Kubitz- und Petzerberg verbindet, beeindruckt.

Über die Siedlungen Petzerberg und Koselbruch kehren die Wanderer wieder zur Krabat-Mühle zurück. Wanderin Petra Bastian aus Bad Muskau ist von Tour und Mühle begeistert: "Kann ich nur weiterempfehlen. Ein wirklich schönes Stück Lausitz." Ins gleiche Horn stößt auch Jutta Reinhold aus Spremberg: "Die Atmosphäre und die Landschaft sind super. Ich komme auf jeden Fall wieder."