. Ziel der Verhandlungen der Werksleitung mit der LTV war es, nicht nur den „üblichen“ Schutz vor einem hundertjährigen Hochwasser zu gewährleisten, der im Sommer 2010 versagt hatte, sondern auch gegen Extremereignisse gewappnet zu sein, wie sie statistisch nur einmal in 500 Jahren auftreten.

Am vergangenen Dienstag nun konnte Betriebsleiter Volker Eickhoff mit dem Geschäftsführer der LTV, Hans-Ulrich Sieber, einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen. „Zum Schutz des Bombardierwerkes errichten wir eine einen Kilometer lange und etwa 1,70 Meter hohe Anlage aus einer Stahlbetonschutzwand und selbst tragenden Spundwänden“, so Sieber.

Diese Anlage sei zum Schutz vor einem 500-jährigen Extremwetterereignis konzipiert, wie es im August 2010 auftrat. Die Gesamtkosten betragen 2,4 Millionen Euro, Bombardier übernimmt jenen Teil, der für die über den Standardschutz hinausgehenden Arbeiten anfällt. „Damit sichern wir unseren wichtigen Produktionsstandort Bautzen für die nächsten Jahrzehnte“, freut sich Volker Eickhoff.„Wir wollen im August mit den Arbeiten beginnen und rechnen mit einem Abschluss Ende diesen oder im Frühjahr nächsten Jahres“, so der Betriebsleiter Spree-Neiße der LTV, Sebastian Fritze. Bis dahin und auch während der Bauphase biete der provisorisch errichtete Wall ausreichend Schutz.

Mittlerweile ist die Beseitigung der Hochwasserschäden bei Bombardier Bautzen „bis auf wenige Schönheitsreparaturen“ abgeschlossen, die Produktion läuft seit Jahresbeginn wieder auf vollen Touren. „Unsere Kapazitäten sind zu 130 Prozent ausgelastet“, erklärt Werksleiter Volker Eickhoff. Dies bedeutet für die Belegschaft eine Menge Überstunden sowie die Aufstockung von derzeit 1400 auf 1500 Beschäftigte (davon 1100 in der Stammbelegschaft) in den nächsten Wochen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den durch das Hochwasser bedingten Produktionsverzug von sechs bis neun Monaten aufzuholen, und haben dafür in Absprache mit dem Betriebsrat ein spezielles Programm aufgelegt“, so der Werksleiter. Die aktuellen Projekte beinhalten unter anderem Straßenbahnwagen für Bursa (Türkei), Stockholm, Frankfurt/Main und Rotterdam. Man werde allerdings noch ein knappes Jahr brauchen, um wieder „auf Stand“ zu sein.