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| 14:05 Uhr

Kommunalpolitik
Schulsanierung kostet jetzt 8,3 Millionen Euro

Teurer als gedacht: Die geplanten Kosten für die Grundschulsanierung der Schule am Laubuscher Markt sind um 2,9 Millionen Euro gestiegen.
Teurer als gedacht: Die geplanten Kosten für die Grundschulsanierung der Schule am Laubuscher Markt sind um 2,9 Millionen Euro gestiegen. FOTO: Anja Guhlan
Lauta. Der Umbau in Laubusch wird um 2,9 Millionen Euro teurer. Die Stadträte stehen mehrheitlich weiter hinter dem Vorhaben. Von Anja Guhlan

Um 2,9 Millionen Euro auf nun satte 8,3 Millionen Euro sind die Kosten für den Umbau der alten Schule am Laubuscher Markt zur künftigen Grundschule angewachsen. „Die Kostenberechnung der Planer hat uns alle schockiert“, sagt Lautas  Bürgermeister Frank Lehmann. Dennoch hat es bei der Sondersitzung des Stadtrates am Montagabend ein deutliches Votum für die Generalsanierung gegeben. Mit zehn Ja- und vier Gegenstimmen gab der Stadtrat grünes Licht für die erhöhten Auszahlungen.

„Es gibt sicherlich ein Bündel von Ursachen, die zur Kostenerhöhung geführt haben. Ein Grund ist eine  gewisse Unschärfe  in der einstigen Grundschulstudie, auf der die anfängliche Kostenberechnung basierte“, gibt Lehmann zu. Gerade bei den Außenanlagen ist eine vierfache Kostenerhöhung zu verzeichnen, wie Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke erläutert. Aber auch bei den technischen Anlagen ist der Standard höher als zu Zeiten der Grundschulstudie im Jahr 2008.   Ebenso unerwartete Ereignisse wie der Fund von Schwämmen auf dem Dachboden  erfordern eine teurere Baukonstruktion.

Nach Beratungen mit den Planern und der Stadtverwaltung wurden Einsparpotenziale geprüft und eine Einsparsumme in Höhe von rund 530 000 Euro prognostiziert. „Da diese relativ gering im Vergleich zu den Gesamtkosten ausfällt und auch einen hohen Qualitätsverlust mit sich bringen würde, wollen wir als Verwaltung auf die Einsparungen verzichten“, erklärt Persicke weiter. Auch die Gemeinde Elsterheide, die der Partner in dem im Landkreis Bautzen einzigartigen kommunalen Großprojekt ist, hat zum Ausdruck gebracht, dass auf die Einsparungen verzichtet werden sollte, da diese hohe Qualitäts- und Komforteinbußen bedeuten.

Auch einige Stadträte wie Lothar Kusche (Freie Wähler) plädieren für eine „moderne und vor allem sichere Schule“. Hubert Förster (Freie Wähler) möchte ebenso eine „gut funktionierende Schule“. Jedoch würde er bei den denkmalpflegerischen Maßnahmen Abstriche machen: „Die Denkmalbehörde fordert etliche Maßnahmen nur, aber Fördergelder  sehen wir dafür wahrscheinlich kaum“, so Förster. Bauamtsleiter Persicke  listet die denkmalpflegerischen Maßnahmen auf: So sollen das Hauptportal mit Balkon wieder hergestellt, das historische Foyer mit malerischer Darstellung und  weitere Wandmalereien sowie der Brunnenraum rekonstruiert werden. Der Kostenpunkt liegt hier bei gut 100 000 Euro.

Die gesamte CDU-Fraktion im Stadtrat, die die anfängliche  Kostenschätzung von Anfang an kritisierte, sieht auf die Stadt eine erhebliche Mehrbelastung zukommen. „Ob die 8,3 Millionen tatsächlich reichen werden? Die konjunkturelle Lage im Bau ist noch gar nicht abzuschätzen“, sagt Andreas Weber (CDU) und fügt hinzu: „Zudem werden wir für andere Sachen außer für die Pflichtaufgaben kein Geld mehr haben.“ Die CDU hält weiterhin an einem Ausstieg aus dem Projekt fest und möchte lieber die Schule am Bad sanieren  lassen.

Lautas Bürgermeister betont, dass die Sanierung der Schule am Markt immer noch die kostengünstigere Variante  für die Stadt sei. Denn der Prozentsatz bei der Förderung sei mit 66,6 Prozent  hoch. Bisher sind 1,1 Millionen Euro im Rahmen der Städtebauförderung KSP  von den 3,6 beantragten  Millionen bewilligt worden. Die weiteren Fördermittel von 2,5 Millionen wurden bereits in Aussicht gestellt. Ein weiterer möglicher Finanzierungsschub von 1,9 Millionen Euro aus dem KSP-Programm muss jetzt der Bewilligungsstelle angezeigt werden. „Das Leben in der Stadt wird  nicht stehen bleiben“, versichert Lehmann. Die voraussichtlichen Eigenmittel werden sich für Lauta und die Gemeinde Elsterheide jeweils um  rund 490 000 Euro erhöhen.

Die Stadträtinnen Marlies Heinze  und Elisabeth Petsch (Freie Wähler) weisen bei der Diskussion nochmals auf die Schaffung von Integrationsplätzen  im Zuge der Sanierung hin. Marlies Heinze appellierte an die Räte auch, dass ein Warten preislich nur noch teurer werden könnte. Auch Günter Schmidt appellierte an alle Stadträte dem Vorhaben und der Kostenerhöhung zuzustimmen.   „Klar gleichen die Kosten fast einem Neubau, aber ich möchte gerne unseren Kindern etwas in die Hand geben, wo sie unter den besten Bedingungen lernen können.“