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| 01:02 Uhr

Schulen sparen 65 000 Euro

Hoyerswerda.. Erstmals hat ein Großteil der Schulen im vergangenen Jahr die Gelegenheit gehabt, eigenverantwortlich über ein ihnen zugeteiltes Budget zu bestimmen. Jetzt zog Bildungsbürgermeister Thomas Delling eine positive Bilanz. Von Tim Albert

An dem Modellprojekt hatten sich 2004 insgesamt 15 Einrichtungen beteiligt - das sind sämtliche städtische Schulen außer den beiden zur Schließung anstehenden Mittelschulen sowie einer Grundschule. Letztere ist aber im laufenden Jahr auch dabei.
Zu Beginn wurde mit allen Beteiligten eine Rahmenvereinbarung erarbeitet, in der die Besonderheiten der einzelnen Einrichtungen Berücksichtigung fanden. Danach musste die Verlagerung von Aufgaben aus der Schulverwaltung in die Schulen organisatorisch bewältigt und die Mitarbeiter entsprechend geschult werden. Diese Schulungen sollen laut Delling auch 2005 fortgesetzt werden.
Insgesamt standen den beteiligten Einrichtungen 816 000 Euro zur Verfügung. Dabei wurde von den Schulen auch die Möglichkeit genutzt, restliche Haushaltsmittel in die zwei Folgejahre zu übertragen, mit der dem so genannten „Dezemberfieber“ entgegen gewirkt werden sollte. Insgesamt haben sich die Schulen Dellings Angaben zufolge auf diese Weise 65 000 Euro angespart, die jetzt beispielsweise für die Anschaffung von neuen Lehrmitteln zur Verfügung stehen. Auch Energie sparen soll sich künftig auszahlen: Zwar bleiben Strom, Wasser und Fernwärme auch weiterhin in der Bewirtschaftung durch das Hochbauamt. Aber ab jetzt wird jährlich überprüft, wie sich der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr verändert hat. Ist er gesunken, so bekommt die jeweilige Schule im folgenden Jahr 50 Prozent der eingesparten Kosten zur Verfügung gestellt.
„Insgesamt schätzen wir das Modelljahr als gelungen ein“ , bilanziert Delling - der nicht ohne Stolz darauf hinweist, dass Hoyerswerda neben Leipzig die einzige sächsische Kommune sei, die den Schulen eine derart weitgehende Eigenverantwortung übertragen hat. „Das ist der erste große Schritt zur eigenständigen Schule“ , betont der Bildungsbürgermeister. Und diesen Weg will er weitergehen: Aus diesem Grund hatte sich die Stadt für einen Modellversuch zur Kommunalisierung der Lehrer beworben. Dies war bei der 2. Hoyerswerdaer Bildungskonferenz zwar weitgehend auf Ablehnung gestoßen. Dellings Informationen zufolge wird in Dresden aber derzeit über eine abgewandelte Form nachgedacht: Demnach sollen die Lehrer weiterhin Landesbedienstete bleiben. An einzelnen Modellschulen sollen aber die Schulleiter die Möglichkeit erhalten, im Rahmen eines eigenen Personalbudgets Entscheidungen zu treffen. Delling verweist in diesem Zusammenhang auf einen derzeit in Nordrhein-Westfalen laufenden Modellversuch, dessen Zwischenbilanz „grundsätzlich positiv“ ausgefallen sei.