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| 01:07 Uhr

Schule: Milbradt lässt mit sich reden

Burgneudorf/Wittichenau/Dresden.. Der letzte Zug ist wohl doch noch nicht abgefahren: Die Landesregierung in Dresden signalisiert Gesprächsbereitschaft was die bereits beschiedene Schließung der Mittelschule Burgneudorf betrifft. Von Dennis Pfeiffer-Goldmann

Diese zumindest hoffnungsvollen Nachrichten hat der Spreetaler Bürgermeister Manfred Heine (CDU). Er und zwei Elsterheider Gemeinderäte - darunter Vize-Bürgermeister Helmut Pink - nutzten den Besuch von Ministerpräsident Georg Milbradt am Freitagabend beim Sommerfest der CDU in Wittichenau, um für „ihre“ Schule zu werben. „Da war viel Diplomatie nötig“ , berichtete Heine gestern auf RUNDSCHAU-Nachfrage, „schließlich ist das ein sensibles Thema.“
Dass er keine endgültige Zusage Milbradts für den Weiterbetrieb der Mittelschule bekommen würde, sei ihm klar gewesen, sagte Heine. „Aber es war wichtig, dass er sich das angehört hat, und dass er nicht gleich abgewunken hat.“
Im Gegenteil: Der Ministerpräsident habe versprochen, in dieser Woche mit Kultusminister Professor Karl Mannsfeld (CDU) über das Thema Burgneudorf zu sprechen. Auch aus Mannsfelds Ministerium ist vorsichtige Annäherung zu hören. „Auf Gesprächsbitten hin werden wir uns nicht verweigern“ , sagt Ministeriumssprecher Dr. Dieter Herz - und erwähnt im Nebensatz, dass es im Freistaat ja auch einzelne Ausnahmeregelungen beim Betrieb von Schulen gebe.
Eine solche Ausnahmeregelung fordern Heine und seine Kollegen aus Elsterheide für den Mittelschulstandort Burgneudorf. Schließlich hätten die Eltern der Gemeinde erst 1996/97 auf Druck des sächsischen Kultusministeriums ihre Schüler statt ins nahe brandenburgische Schwarze Pumpe nach Burgneudorf geschickt, um den Fortbestand der dortigen Mittelschule sicherzustellen, erinnerte Heine.
Im Gespräch mit Milbradt habe Landrätin Petra Kockert (CDU) unterstrichen, dass auch der Landkreis Kamenz hinter der Forderung nach dem Weiterbetrieb der Schule stehe.
Das Kultusministerium hatte Ende Juni verfügt, dass die Burgneudorfer Schule zum Schuljahr 2003/2004 keine fünfte Klasse mehr bilden dürfe (die RUNDSCHAU berichtete). Zwar waren mit 21 sogar ein Schüler mehr als nötig zur Bildung einer Klasse angemeldet worden, doch fordert das Ministerium mindestens eine Zweizügigkeit für den Betrieb der Mittelschulen in Sachsen. Am Freitag hatten betroffene Eltern angekündigt, sich per Brief an Milbradt wenden zu wollen.

Hintergrund Schulschließung
  Laut Bescheid vom 27. Juni darf die Mittelschule Burgneudorf zum neuen Schuljahr keine fünfte Klasse mehr aufnehmen.
Statt dessen sollen die 21 Schüler nach Schleife, Lauta, Lohsa und Hoyerswerda ausweichen. Entgegen den Erwartungen des Kultusministeriums befürchten die Eltern bis zu 34 Kilometer weite Schulwege.
Das pädagogische Konzept der „ruhigen“ , ländlichen Mittelschule schätzen auch Eltern und Pädagogen aus der Stadt: Diverse „Problemkinder“ aus Hoyerswerda sind in Burgneudorf untergekommen - erfolgreich, wie der scheidende Schulleiter Joachim Glücklich unterstreicht.