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Schulangebote so rund wie ein Ball

Bei der feierlichen Berufung der Sportklasse am Leon-Foucault-Gymnasium trugen die Fünftklässler zum ersten Mal die neue, von der VBH zur Verfügung gestellte Ausstattung.
Bei der feierlichen Berufung der Sportklasse am Leon-Foucault-Gymnasium trugen die Fünftklässler zum ersten Mal die neue, von der VBH zur Verfügung gestellte Ausstattung. FOTO: Mandy Fürst/mft1
Hoyerswerda. Zum 10. Mal hat das Leon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda eine Sportklasse in das Schulkollektiv berufen. Zwanzig Mädchen und Jungen der 5d lernen und trainieren sich in den nächsten acht Jahren gemeinsam zum Abitur. Mandy Fürst / mft1

Die Kinder, die an diesem Abend weit nach Unterrichtsschluss noch einmal das Leon-Foucault-Gymnasium betreten, tragen farbenfrohe Turnschuhe an den Füßen. Ihre Mütter und Väter aber sind eher festlich gekleidet. Mancher Großvater hat sogar seinen guten Anzug aus dem Schrank geholt. Stolz liegt in der Luft.

Es geht auf 19 Uhr zu, als Lehrerin Liane Remus-Eickfeldt die Unruhegeister mit den bunten Füßen leise zur Räson ruft. Sie hat in den nächsten Jahren die pädagogische Verantwortung für den Nachwuchskader mit zwölf Fußballern, drei Handballern, drei Schwimmern und zwei Akrobaten und einem sichtbaren Bewegungsdrang.

Und als etwas Ruhe in den Trupp gekommen ist, der sich neben den vielen Zuschauern des Festaktes in der Aula platziert hat, schaut auch der Schulleiter bei den Neuankömmlingen vorbei. "Super habt ihr das gestern gemacht", lobt Uwe Blazejczyk. Erst einen Tag zuvor hatte der Oberstudiendirektor sich die Zeit genommen, in der Klasse zu hospitieren. Das tue er immer vor den Herbstferien, sagt Blazejczyk. So bekomme er selbst einen Eindruck vom Stand und der Stimmung der neuen Klassenverbände. Wenn aber, wie einen Tag zuvor in der 5d zu sehen, selbst in der siebten Stunde noch fast alle Hände gehoben sind, müsse er sich keine Sorgen machen.

Uwe Blazejczyk hatte vor zehn Jahren die Idee für die Sportspezialklassen. Darauf weist Moderator Dominik Krüger hin. Und plötzlich steht eine lange Schlange von Sportschülerinnen und -schüler vor dem gerührten Schulleiter. Sie symbolisieren die vielen Absolventen des Profils, die auf diese Art ihren Weg sowohl zu sportlichen Erfolgen als auch zum Abitur gehen konnten. Denn ein guter Schulabschluss steht auch in den Sportklassen ganz oben auf der Ziellinie.

Diese Ziellinie haben in nunmehr neun Schuljahren schon viele Abiturienten erfolgreich überqueren können. "Die ersten Absolventen der Sportklassen gehen schon längst ihren Weg durchs Leben", sagt Sozialbürgermeister Thomas Delling (SPD) in seinem Grußwort und nennt die Entscheidung der Kinder und ihrer Eltern für das Foucault-Gymnasium gut und richtig, weil hier das Unterstützernetzwerk aus der Stadt mit ihren Unternehmen, Vereinen und Sportverbänden, dem Schulförderverein und den Eltern besonders gut greift. Das zusätzliche Training mit seinen Disziplinen Durchhaltevermögen und Teamgeist sei eine gute Lernmethode, um im Leben überhaupt weiter zu kommen. Ganz besonders freue ihn die Erweiterung der sieben bisherigen Sportarten Fuß-, Hand- und Volleyball, Leichtathletik, Schwimmen, Karate und Akrobatik um den Denksport Schach. "Ich bin selbst mit Schach aufgewachsen und bis heute dabei geblieben", erzählt Delling.

Schüler gibt es im Schach in diesem Schuljahr nicht, aber das Angebot steht, ermuntert Blazejczyk künftige Interessenten am Sportprofil. Und wenn aber an genau dem Tag, an dem die Foucault-Jungenmannschaft beim Westlausitzfinale im Fußball der WK II in Königswartha den Sieg davon trägt, der Nachwuchsfußballer Adrian Neudeck aus der neuen 5d mit einem Vorspiel am Klavier den Festakt zur Berufung seiner Sportklasse eröffnet, dann sind die Schulangebote so rund wie ein Fuß-, Hand- oder Volleyball. Uwe Blazejczyk dankte den Eltern für ihr Vertrauen in dieses System.