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| 19:34 Uhr

Schützentradition - und Neuheit
Schützenumzug und Andacht

Erstmals startete der große Schützenumzug vom Schloss mit insgesamt sechs Schützengilden sowie der Kapelle.
Erstmals startete der große Schützenumzug vom Schloss mit insgesamt sechs Schützengilden sowie der Kapelle. FOTO: Anja Gughlan / Anja Guhlan
Hoyerswerda. Die Priviligierte Schützengilde Hoyerswerda hat erstmals einen Schützenumzug geführt. Von Anja Guhlan

Mit mächtig viel Wums ist am Samstagmittag der Schützenumzug vom Hoyerswerdaer Schloss zur Johanniskirche gestartet. Wilhelm (6) und Karl (9) haben den Umzug voller Stolz mit einem Fahnenträger angeführt. Wie ihr größerer Bruder Fritz erklärt, sind die Jungs allesamt noch keine offiziellen Mitglieder der Priviligierten Schützengilde, aber potenzieller Nachwuchs. Darauf ist besonders Superintendent i.R. und gleichzeitig Vorsitzender der Priviligierten Schützengilde, Friedhart Vogel, stolz: „In unserer Schützengilde, die im Übrigen rund 20 Mitglieder besitzt, sind bereits jetzt drei Generationen vertreten“, erläutert der Vereinsvorsitzende der Priviligierten Schützengilde.

Diese führt den Zug in ihren traditionell preußischen blauen Uniformen an. Dahinter spielt die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzkollm/Wiednitz Marschmusik. Die Schützen bewegen sich im Takt und marschieren einen Schritt nach dem anderen vorwärts.

Besucher am Straßenrand machen Bilder oder Videos und staunen. „So einen großen Umzug gibt es in diesem Jahr erstmals“, berichtet Friedhart Vogel. Neben dem Verein Priviligierte Schützengilde 1702 haben sich fünf weitere Schützengilden aus dem Raum Hoyerswerda, Bergen und Bröthen angeschlossen. „In den Vorjahren haben wir lediglich jährlich unseren Schützentag mit der Andacht begangen“, sagt Vogel.

Der Vorsitzende der Priviligierten Schützengilde 1702, Friedhart Vogel, erklärte in seiner Andacht, dass die Toten an diesem Tag die Lebenden mahnen. Denn nur diejenigen die Frieden stiften, werden selig sein.
Der Vorsitzende der Priviligierten Schützengilde 1702, Friedhart Vogel, erklärte in seiner Andacht, dass die Toten an diesem Tag die Lebenden mahnen. Denn nur diejenigen die Frieden stiften, werden selig sein. FOTO: Anja Guhlan

Der Umzug endet genau am Denk-Mal des Künstlers Jürgen von Woyski, das er 1999 entworfen und geschaffen hat. „Es ist ein Mahnmal für die Gefallenen und Opfer der Kriege“, erläutert Friedhart Vogel. Im Sockel des Denkmals sind die entsprechenden Kriegsjahre aufgelistet: der 30-jährige Krieg von 1618 bis 1648, der Siebenjährige Krieg von 1756 bis 1763, der Deutsch-französische Krieg von 1870 bis 1871 und schließlich der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 sowie der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945. Auch die Daten 20. und 21. April 1945 sind vermerkt zur Erinnerung an die Zerstörung der Hoyerswerdaer Johanneskirche.

Es ist das erste Denkmal dieser Art und in Form einer Kerze gestaltet. Anstelle des Dochtes findet sich eine Friedenstaube. „Sie soll Frieden symbolisieren und daran erinnern, dass nur diejenigen selig sind, die Frieden stiften“, erklärt Vogel. Im Anschluss legen die Schützen einen Kranz am Denkmal nieder und feuern mit drei Schüssen einen Ehrensalut ab.

Das Wichtigste ist es, Frieden zu schaffen und zu bewahren. Das war auch das Grundanliegen in dem anschließenden Schützengottesdienst. Darauf folgend hatten die jeweiligen Schützengilden die Gelegenheit, bei einer Art offenem Tag der Schützenvereine an der Kirche auf sich aufmerksam zu machen. Den Abschluss bildete schließlich der Sächsische Zapfenstreich auf dem Marktplatz am Abend.