Haruka aus Tokio gehört zu den 550 Schülern aus über 50 Ländern, die seit August 2019 mit der Schüleraustauschorganisation Youth for Understanding (YFU) in Deutschland leben. Die 16-Jährige mag das für sie kleine Hoyerswerda und ihre Schule, das Foucault-Gymnasium.

Japanisches Essen für deutsche Gastfamilie

Nach einem Gastfamilienwechsel wohnt Haruka inzwischen bei ihrer deutschen Schulfreundin Nora. Gemeinsam mit ihr und deren Eltern besichtigte sie bereits Dresden und Berlin. Zum Dank kochte ihnen Haruka ein japanisches Essen. Sie ist also in der Familie angekommen.

In Hoyerswerda beginnen sieben japanische Schüler ihr Austauschjahr „In Deutschland ist der Himmel so weit“ 

Bereits seit 1957 kommen 15- bis 18-jährige Jugendliche nach Deutschland. Damit sich die Mädchen und Jungen hier in der Fremde wohl fühlen, engagieren sich nicht nur hauptamtliche Mitarbeiter und freiwillige Helfer von Hamburg bis nach Bayern, sondern auch in der Lausitz. Eine von ihnen ist Ina Züchner, ehrenamtliche YFU-Referentin für Öffentlichkeitsarbeit in Mitteldeutschland.

Infoveranstaltung in Hoyerswerdaer Kulturfabrik

Gemeinsam mit zwei ehemaligen Austauschschülern stellte Ina Züchner die Organisation jüngst in der Kulturfabrik vor. Fachoberschüler Timo Dreblow aus Dresden, der nach der zehnten Klasse ein Jahr in Brasilien war, half ihr dabei. Von dem Austauschjahr profitierte der 19-Jährige in vielerlei Hinsicht, wie er eindrücklich berichtet: So spreche er jetzt fließend portugiesisch, sei selbständiger und nehme Probleme der Welt aus mehreren Blickwinkeln wahr. „Solche unvergesslichen Erlebnisse wünsche ich auch anderen Jugendlichen“, sagt er.

Die 15-jährige Luise saugt jedes seiner Worte auf. Vor allem das Anmelde-Prozedere interessiert sie. Sie könnte sich ein Austauschjahr in den USA oder Spanien vorstellen. "Englisch kann ich doch und in Spanien war ich schon im Urlaub", sagt sie. In ihrem Gymnasium in Kamenz kam sie sogar schon mit Austauschschülern ins Gespräch.

Auch Luises Mutter Katrin Gnauk unterstützt den Wunsch ihrer Tochter. Wie man überhaupt zur Gastfamilie werden kann, will sie wissen. Ein Bett und einen Platz für die Hausaufgaben braucht der Schüler. Offene Herzen machen den Aufenthalt für beide Seiten aber erst zum Erlebnis.