21 Jungs und ein Mädchen sitzen in Zweier-Teams vor ihren Rechnern und einem Mini-Roboter. Mit dem Einsetzen von Befehlen in den Computer versuchen die Jugendlichen den Mini-Roboter sattelfest für einen Tisch-Parcours zu programmieren. Sie haben nicht mehr viel Zeit, denn ein kleiner Wettkampf soll zeigen, welches Team den schnellsten Mini-Roboter programmiert hat, der es auf dem Parcours auch ins Ziel schafft.

"Ich bin die ganze Zeit am Überlegen, welchen Befehl wir dem Roboter noch geben können, damit er schneller wird", sagt Marvin Großer. Der 14-Jährige hat schon den schwierigeren Zick-Zack-Kurs gewählt und tüftelt immer noch über seiner Befehlskette. In einem Probelauf schaffte es sein Mini-Roboter immerhin auf der Zick-Zack-Strecke unter 40 Sekunden. "Das geht bestimmt noch schneller." Der Chemnitzer ist sehr eifrig, programmiert schon seit seinem elftem Lebensjahr. "Angefangen hat alles mit dem Programmieren von Computerspielen. Jetzt bereitet mir die Robotik hier ziemlich viel Spaß", erklärt er. Seine zwei Leidenschaften das Programmieren und die Elektrotechnik lassen sich in der Robotik gut vereinen.

Auch der 14-jährige Benjamin Plaschke tüftelt noch an seiner Befehlskette. Der Schüler aus Botzen aus dem Südtirol möchte später gerne zunächst Maschinenbau und im Anschluss Robotik studieren. "In der Robo-School habe ich schon eine Menge gelernt, und vor allem viel Spaß gehabt", erklärt der Südtiroler. Sein Mini-Roboter fährt nicht nur sehr schnell den vorgegebenen Parcours ab, sondern gibt auch selbst komponierte Töne von sich. "Ja ich bin ein sehr kreativer Tüftler. Ich spiele in meiner Freizeit auch Klavier, da dachte ich mir, ich komponiere mal ein kleines Stück auf den Roboter."

Der Organisatorin Maja Riedel imponiert das. "Ich finde es klasse, wenn sich die Jugendlichen hier selbst ausprobieren und ihre Leidenschaften ausleben können." Innerhalb von fünf Tagen haben Maja Riedel und zwei Studenten der TU Chemnitz den Schülern die Grundlagen der Robotik in Theorie und Praxis vermittelt. "Robotik ist interessant, weil Mathematik, Physik und Informatik gleichermaßen einfließen", begründet Maja Riedel das hohe Interesse. "Leider nehmen noch sehr wenige Mädchen an der Robo-School teil, obwohl diese das genauso gut drauf haben", bedauert Maja Riedel.

Das Programmieren auch den Mädchen liegt, beweist Heike Langer. Die 17-Jährige hat ebenfalls den Mini-Roboter so programmiert, dass er einer auf dem Tisch aufgeklebten Linie folgt. "Ich mache derzeit mein Abitur und mein Leistungsfach sind die Informatiksysteme. Mir macht das Programmieren sehr viel Spaß. Ich arbeite gerne mit dem PC und mit Computerbefehlen, um dann auszuprobieren und zu sehen, ob etwas klappt, was ich programmiert habe."

Die häufigsten Programmierfehler wie ein fehlendes Semikolon als Abschluss des Befehls haben die meisten Schüler überwunden. Sieben von elf Mini-Roboter kamen in das Ziel. Der Schnellste mit rund 35 Sekunden. Klasse.

Zum Thema:
Die Robo-School ist für die Teilnehmer kostenlos. Finanziert wird der Workshop vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ziel der TU Chemnitz ist es, junge Menschen für ein Studium aus dem MINT-(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) Bereich an ihrer Universität zu begeistern. Hintergrund des Werbens ist die stetig rückläufige Zahl der Studienanfänger in diesen Fächern. Die Jugendlichen sollen in der Robo-School bereits einen Einblick bekommen, was sie bei einem Studium erwartet. ang1