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| 14:17 Uhr

Waldjugenddspiele
Schüler beweisen sich beim Zapfen-Test

An einer Station geht es um das Erkennen von verschiedenen Baumarten. Der zehnjährige Dennis aus Weißwasser erklärt richtig, dass Zapfen an der Fichte nach unten hängen.
An einer Station geht es um das Erkennen von verschiedenen Baumarten. Der zehnjährige Dennis aus Weißwasser erklärt richtig, dass Zapfen an der Fichte nach unten hängen. FOTO: Anja Guhlan
Burgneudorf. Forstmitarbeiter wollen während der 20. Waldjugendspiele am Bernsteinsee die Entdeckerlust der Kinder in der Natur wecken. Von Anja Guhlan

Mitten ins Grüne an den Bernsteinsee hat Julia Grote vom Staatsbetrieb Sachsenforst 100 Dritt- und Viertklässler aus den Grundschulen in Burgneudorf, Schleife und Weißwasser eingeladen. Viele der Burgneudorfer Kinder kennen den Ort bereits, einige andere staunen bei den Waldjugendspielen hingegen nicht schlecht.

An neun Stationen müssen sich die Schüler mit Wissen, Geschicklichkeit und Teamwork beweisen. Dazu werden sie in Gruppen eingeteilt und bekommen Teamnamen wie „Die Wölfe“, „Die Rehe“ oder „Die Wildschweine“. An einer der vielfältig gestalteten Stationen fragt Spreetals Revierförster Thomas Kappert die Namen der bekanntesten einheimischen Tiere ab indem er Poster von ihnen zeigt. „Rehbock, Ricke und Rehkitz“ kommen als Antworten. „Gut“ lobt Thomas Kappert, der auch Fakten zu den jeweiligen Tieren liefert. Auch die Schwarte eines Wildschweines oder die Decke von Rotwild dürfen die Kinder ertasten. „So etwas haben wir noch nie angefasst“, sagen Elisa (8) und Luna (9) von der Schleifer Grundschule und freuen sich über dieses Erlebnis.

Bei einer anderen Station erklärt der Revierförster aus Bernsdorf André Scheffler sehr bildreich den Weg des Holzes von der Pflanzung über Pflege, Fällung, Rückung, Polterung, Transport bis hin zur Verarbeitung und Verwendung. Die Kinder wollen viel wissen und saugen jede Information auf.

An einer anderen Station geht es um Baumarten: „Die Kinder wissen schon allerhand“, lobt Forstmitarbeiterin Dorit Kobalz die Schüler, die Linden, Buchen, Ahorn und Tannen bestens voneinander unterscheiden können. Auch beim Zapfen-Test glänzen die Schüler mit ihrem Wissen. Dennis (10) aus der Weißwasseraner Grundschule erklärt und zeigt: „Bei der Fichte hängen die Zapfen nach unten und bei der Tanne nach oben.“

Doch wie alt die jeweiligen Nadelhölzer sind, wissen sie nicht. Als Tipp sollen die Kinder die Abzweigungen der Äste zählen, mit deren Anzahl man auch das Alter der Bäume bestimmen kann. „Das habe ich noch nicht gewusst. Dafür weiß ich, dass die Erle der einzige Laubbaum mit Zapfen ist“, sagt Pauline (10) aus der vierten Klasse.

„Oft versuchen wir das Ganze spielerisch umzusetzen“, erklärt Julia Grote. „Denn der Wald soll auch als Erlebnisort entdeckt werden.“ So müssen sich die Schüler auch in einer Reihe auf Baumscheiben stellen, der hintere Schüler muss so schnell wie möglich nach vorn mit seiner Scheibe rennen bis der nächste von hinten folgt. So bewegen sich die Teams bis an ein Ziel. Yasmin (10) und Marvin (12) aus Weißwasser finden das Spiel „super witzig“.

Die Tastboxen werden als spannend empfunden: So müssen die Kinder Dinge wie Kastanien, Bucheckern oder Holz blind erfühlen. Heidi und Tanja (beide 9) aus der Burgneudorfer Grundschule ertasten alle zehn Gegenstände richtig und zeigen damit Bestleistung.

In diesem Jahr sind auch zwei Vertreter des Bergbausanierers LMBV dabei, freut sich Julia Grote. An ihrem Stand können die Kinder mehr über die Rekultivierung der einstigen Tagebaufläche lernen. So zeigt ihnen Kathleen Hofmann die Entwicklung des Sees anhand von Bildern und lässt die Kinder Wasserproben aus dem See testen. Das Ergebnis: Das Seewasser ist nicht mehr ganz so sauer wie einst, aber noch lange nicht so neutral wie Wasser aus dem Hahn.

Revierförster Harald Petrick lässt die Kinder zu Walddetektiven werden, indem sie einigen Müll aufspüren sollen. Petrick erklärt, was der Müll bei Waldbewohnern, aber auch bei dem Wald selbst für Schäden anrichten kann, verweist auf Schnittverletzungen bis hin zum Erstickungstod von Tieren durch Glasscherben oder Pfandflaschen. Zudem wird über die Brandgefahr aufgeklärt. „Die Kinder sollen hier ein bisschen sensibilisiert werden“, erklärt der Revierförster.

Am Ende haben alle Kinder die Stationen gut gemeistert. Sie alle haben mehr über die Bedeutung des Waldes gelernt und ihn als Erlebnisort entdeckt. Julia Grote ist zufrieden: „Die Kinder waren neugierig, sie hatten sichtlich Spaß und nehmen hoffentlich etwas mehr Wissen über die Natur und auch grüne Berufe wie den Forstwirt mit nach Hause.“

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