Kalt ist es in diesen Tagen in der Schrotholzscheune. Geheizt wird in dem Bauwerk, das aus dem Jahr 1768 stammt, nicht. Doch von einem Winterschlaf des hölzernen Gebälks kann keine Rede sein. Wenn Volkskünstlerin Birgit Pattoka in der Scheune werkelt, muss sich die 50-Jährige warm anziehen. Ziemlich häufig ist sie unter dem schützenden Schilfdach anzutreffen. Zwar ist bis Ostern noch Zeit, doch die Ausstellung zum Auferstehungsfest muss jetzt vorbereitet werden. Schließlich öffnet die Schrotholzscheune nicht erst am Ostersonntag für Besucher ihre Pforten, sondern bereits am 21. März. Denn traditionell zum Frühlingsbeginn fängt bei Pattokas die neue Saison an.

Schönste sorbische Eier zu sehen

Höhepunkt der diesjährigen Osterausstellung bildet die Siegerkollektion der schönsten sorbischen Ostereier aus dem Jahr 2012. Die rund 100 Exemplare, deren Verzierung auf den Wettbewerb des Förderkreises für sorbische Volkskultur zurückgeht, werden an verschiedenen Orten der Lausitz gezeigt. Im Frühjahr 2015 ist nun die Bergener Schrotholzscheune an der Reihe. "Außerdem können sich die Besucher auf Ausstellungsstücke, die mit dem Frühling zu tun haben, freuen", kündigt Birgit Pattoka an. Bereits während der sechswöchigen Passionszeit, die am Aschermittwoch (18. Februar) beginnt, biete die Volkskünstlerin Workshops in den vier Verziertechniken Wachsbatik, Bossier, Kratzen und Ätzen an.

Ein fester Termin im historischen Gebälk ist die traditionelle Andacht am Gründonnerstag. In diesem Jahr werde erneut der Hoyerswerdaer Superintendent Friedhart Vogel die Predigt übernehmen. Termin sei der 2. April.

Darüber hinaus stehe die Schrotholzscheune während der warmen Jahreszeit den Besuchern offen. Auf besondere Einblicke könnten sich die Gäste während des "Kunstlandstrichs" der Hoyerswerdaer Kufa am 7. Juni freuen. Und während des Sommers fänden in Pattokas Garten Kräuternachmittage statt. Eine Lohsaer Lehrerin erkläre Interessenten unter anderem, zu welchem Zweck welches Kräutlein geeignet sei. Gleich neben der Schrotholzscheune wachsen zwischen 30 und 40 verschiedene Arten. "Manchmal bin ich selbst erstaunt. Ich wusste beispielsweise lange nicht, dass man Lilienblüten essen kann", sagt Birgit Pattoka.

Auf Bauarbeiten in und um die Scheune bräuchten sich die Besucher in der kommenden Saison voraussichtlich nicht einstellen. Technisch sei soweit alles in Ordnung. Allerdings könne es sein, dass das Holz einen neuen Schutzanstrich erhalte.

Volkskünstlerin Pattoka hofft, dass dieses Jahr mindestens genauso viele Gäste wie 2014 ihr historisches Ensemble besuchen. In den vergangenen zwölf Monaten hatte sie um die 1500Menschen gezählt. Darunter befand sich auch eine rund 30-köpfige Reisegruppe aus Finnland. Ansonsten sei die Schrotholzscheune längst ein begehrtes Reiseziel für Bustouristen sowie Radwanderer im Lausitzer Seenland.

Anspielung aufs Seenland

Wenn Birgit Pattoka mal nicht Ausstellungen vorbereitet oder Gäste führt, greift sie zu Glas und Pinsel. In jüngster Zeit zeichnet die gelernte Glasmalerin besonders häufig Schiffe und Boote. "Natürlich als Anspielung auf unser Seenland. Aber nicht nur", sagt die Künstlerin. Denn ihre Werke fänden auch in der Galerie "Meeres-Rauschen" im Ostseestädtchen Barth zahlreiche Interessenten. Das Atelier gehöre einer Freundin von Birgit Pattoka. "Und neben dem Seenland mag ich auch das Meer sehr."