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Schreihälse hängen am falschen Laternenpfahl

Bernsdorf.. Nein, so laut können sich nicht mal die besten Marktschreier verständlich machen. Das steht felsenfest. Im Ordnungsamt des hiesigen Bernsdorf rechnet man zwar nach wie vor damit, dass das Einkaufsspektakel mit Bananen-Joe & Co. übermorgen in der Oberlausitz stattfindet. Kathleen Weser

Die Plakate, mit denen die potenziellen Kunden auf die Top-Angebote der Marktschreier-Crew aufmerksam gemacht werden sollen, hängen aber gut hundert Kilometer weiter. In einem Hundert-Seelen-Dörfchen namens Bernsdorf im
Elbe-Elster-Kreis. Nur dort rechnet keiner damit, dass die Schreihälse in zwei Tagen echt auftauchen. Denn einen Marktplatz, wie farbenfroh angepriesen, gibt's in dem Ortsteil der Stadt Schönewalde überhaupt nicht. Stutzig wurde Ortsbürgermeister Helmut Wienick sofort, als er die Hochglanz-Ankündigung sah. „Wir werden noch einen Marktplatz pflastern müssen“ , sagte er schmunzelnd. Der Dienstleister, der für die Werbung für die Deutsche Markschreier AG mit Sitz in der Messemetropole Leipzig verantwortlich ist, hatte sich in der Provinz ganz einfach verirrt. Von der Oberlausitz an den äußersten Rand der Niederlausitz.
Nicht zum ersten Mal hatten sich Bernsdorf-Gäste in das kommunale Hoheitsgebiet von Helmut Wienick begeben, ohne das schöne Dorf eigentlich zum Ziel gehabt zu haben. „Brummis sind bei uns öfter an der falschen Adresse. Meist wollen die in die Stadt Bernsdorf und landen bei uns. Auch Künstler zu Festen sind schon angereist, obwohl sie hier niemand bestellt hatte“ , erzählte er. Genehmigt waren die Schreihälse an den Laternenpfählen im Elbe-Elster-Kreis natürlich auch nicht.
Dass keinerlei Plakate auf den besonderen Markttag in Bernsdorf-Stadt im Landkreis Kamenz hinweisen, wunderte bis gestern im Rathaus niemanden. Hier rechnet man trotzdem damit, dass die Schreihälse auftauchen. Und das werden sie auch, versicherte Ricarda Mühlenbach von der Marktschreier AG. „Wir versuchen, die Plakate schnellstmöglich im richtigen Bernsdorf aufzuhängen“ , erklärte die Unternehmenssprecherin gestern.