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| 14:46 Uhr

Lohsa
Schon zwei Tonnen Fische im Silbersee erstickt

 Tote Fische im Silbersee. Offensichtlich haben bestimmte See-Schichten zu wenig Sauerstoff.
Tote Fische im Silbersee. Offensichtlich haben bestimmte See-Schichten zu wenig Sauerstoff. FOTO: Henry Gbureck
Friedersdorf. Die Behörden werten jetzt Wasserproben aus. Laut Anglerverband könnte der Fischverlust noch viel deutlicher ausfallen. Von Sascha Klein

René Häse steht am Ufer des Silbersees bei Friedersdorf und telefoniert. Einige seiner Mitstreiter vom Anglerverband „Elbflorenz“ sind derweil auf dem Wasser. Sie tun das, was sie seit Tagen tun. Sie holen tote Fische aus dem Silbersee. „Zurzeit sind es bereits etwa zwei Tonnen Fisch, die verendet sind“, sagt Häse. Er ist Geschäftsführer des Anglerverbands, der für den Silbersee zuständig ist. Inzwischen habe der Verband auch die Zustimmung der LMBV, Fische in den gesperrten Wasserbereichen einsammeln zu können, sagt Häse. Die Arbeit geht immer weiter.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte diese Katastrophe ihren Anfang genommen. Camper hatten massenweise tote Fische am Ufer aufgelesen. Erst waren sie in 250-Liter-Tonnen geworfen worden. Als diese vier Tonnen schließlich voll waren, musste größeres Gerät her. „Die Tierkörperbeseitigungsanlage in Lenz bei Meißen hat uns dann Container bereitgestellt“, sagt Häse. Wie viele tote Tiere die Mitstreiter des Anglerverbandes noch aus dem Silbersee fischen, ist offen. Es könnten laut René Häse bis zu 20 Tonnen werden.

Was zu dem riesigen Fischsterben in dem traditionsreichen Lausitzer Bergbaufolgesee geführt hat, ist nach wie vor unklar. „Landestalsperrenverwaltung und der Landkreis haben Wasserproben genommen“, sagt René Häse. Er geht weiterhin davon aus, dass die andauernde Hitzeperiode schuld am Tod der Fische ist. In manchen Schichten des Sees gebe es einfach keinen Sauerstoff mehr. Das Wasser habe sich in den vergangenen Wochen zu stark aufgeheizt. Immerhin: Karpfen seien noch nicht betroffen. Sie leben in tieferen Seeschichten. Dort scheint noch ausreichend Sauerstoff zu sein.

Obwohl die Landestalsperrenverwaltung laut Häse den Zulauf aus der Kleinen Spree in den Silbersee bereits erhöht hat, muss der Anglerverband jetzt mit den hohen Verlusten leben. Eine Versicherung gegen solche Naturereignisse gibt es nicht. Ein Lichtblick: Ab Freitag soll es in der Lausitz endlich wieder kühler werden.