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| 01:03 Uhr

Schönheits-Operation fürs Polizeirevier

Hoyerswerda.. Kisten schleppen, Möbel rücken und Akten ordnen ist seit gestern bei den Hoyerswerdaer Polizisten an der Tagesordnung. Denn das Revier zieht um – allerdings nur vorübergehend. Während das Domizil an der Frentzelstraße gründlich saniert wird, erledigt die Polizei ihre Arbeit von der Schulstraße aus. In den kommenden Monaten wird das Gebäude neben dem Aldi-Markt zum Revier auf Zeit. Von Christiane Klein

Kahle Büros, leere Regale, verwaiste Schreibtische – gestern Vormittag sah es in den Räumen über dem Schleckermarkt noch nicht so aus, als wäre die Polizei heute schon wieder einsatzbereit. Doch das war gestern erklärtes Ziel. Und der Elan der Polizisten ließ keinen Zweifel daran: Der Umzug soll so schnell wie möglich über die Bühne gehen. Unterstützung gab es dabei von einem Bautzener Umzugsunternehmen. Zwischen den Möbelpackern wuselten gestern auch einige Hausmeister und Techniker herum. Denn Datenleitungen müssen verlegt, Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Einige Arbeiten gab es gestern auch noch in den beiden Gewahrsams-Containern zu erledigen, die hinter dem Revier aufgestellt wurden.
Auch wenn die Arbeit im Ersatz-Domizil ganz normal weitergehen soll, sind die Unterschiede zum alten Revier nicht zu übersehen. Die Räume sind hell und freundlich, die Tapeten strahlen weiß. Bisher einziger Nachteil: „Wir haben etwa zehn bis 15 Prozent weniger Platz als bisher“ , sagt Revier-Chef Peter Langer. Doch die kommenden zwölf bis 18 Monate werde man bestens damit klar kommen. Denn so lange wird der Umbau des alten Reviers nach Langers Ansicht dauern.
An der Frentzelstraße wartet nun jede Menge Arbeit auf Baufirmen. „Unmittelbar nach dem Umzug beginnen die Abbrucharbeiten und die Entkernung des Gebäudes. Abgebrochen werden auch diverse Nebengebäude“ , erklärt Norbert Seibt, Niederlassungsleiter des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement in Bautzen. Von dort wird die Sanierung organisiert. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im Mai beginnen und bis Juli 2005 abgeschlossen sein.
Gewerkelt wird in jeder Ecke und Etage des Reviers, damit die Polizisten dann mit modernsten Möglichkeiten ihrem Dienst nachgehen können. „Besonders ist hier der vollkommen neugestaltete Sanitärtrakt mit mehreren Umkleide-, Wasch-, Dusch- und Toilettenräumen zu nennen“ , hebt Norbert Seibt hervor.
Doch nicht nur innen wird sich einiges tun. Auch von außen soll das Revier ein neues Gesicht bekommen. „Der Spitzboden wird aus brandschutztechnischen Gründen zurückgebaut. Damit entfallen im Dach nachträglich eingebaute Gaupen“ , sagt Seibt. Fassade und Fenster sollen so erneuert werden, dass der Denkmalschutz keinen Einspruch erhebt. „Ein neuer Garagenkomplex für Dienstfahrzeuge wird die Neugestaltung der Außenanlage abrunden“ , erläutert der Niederlassungsleiter.
„Die Sanierung und Modernisierung ist zwingend erforderlich, da die Raumstruktur den gestiegenen, spezifischen Anforderungen des Polizeibetriebes nicht mehr gewachsen ist und die Bausubstanz einen desolaten Zustand aufweist“ , betont Norbert Seibt. Die Heizung, Sanitäranlagen und die elektrische Anlage seien längst verschlissen und müssten ersetzt werden.
Die Kosten für die umfassende Schönheits-Operation des Reviers übernimmt der Freistaat Sachsen. Er will in dem kommenden Monaten rund zwei Millionen Euro in das Gebäude investieren.

Zum Thema Die neue Polizeiadresse
 Die Polizei in Hoyerswerda ist ab sofort im Ersatz-Revier an der Schulstraße 12 b erreichbar. Die Telefonnummer ist nach wie vor die 0 35 71/46 50.