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| 02:42 Uhr

Schnuppertag für Grundschüler

Charlene, Felix und Jolina gehörten am Sonnabend zu den Besuchern des Johanneums.
Charlene, Felix und Jolina gehörten am Sonnabend zu den Besuchern des Johanneums. FOTO: Mandy Fürst/mft1
Hoyerswerda. Die weiterführenden Schulen beginnen das neue Jahr traditionell mit ihren Einladungen an Grundschüler, sich gemeinsam mit ihren Familien einen Eindruck von ihren pädagogischen Angeboten zu machen. Als erste Einrichtung öffnete am Samstag die Christliche Schule Johanneum in Hoyerswerda ihre Türen. Mandy Fürst / mft1

Vertraut sitzen Xenia Nickus und Amy Koark auf einer Matte am Rand der Sporthalle des Johanneums. Xenia trägt ein hellblaues Shirt mit dem Schriftzug "Johanneum. Christliche Schule Hoyerswerda". Im Shirt steckt eine Sicherheitsnadel. Und die hält einen roten Zettel mit dem Hinweis "Johanesse" fest. Darauf ist Xenia stolz.

Erst ein Jahr ist es her, dass sie selbst am Johanneum zu Gast war. Damals war sie auch von einem Schüler herumgeführt worden. Sehr aufmerksam sei der gewesen, erinnert sich das Mädchen, habe Briefe für die Familie bereitgehalten und alle Fragen beantworten können.

Genau das wollte Xenia bei diesem Tag der offenen Tür an der großen Schule, die nun auch ihre ist, selbst tun. Zwei Tage hat sie sich vorbereitet, hat Geschichte, Besonderheiten und wichtigen Personen gelernt. Den Schulleiter, die Geschäftsführerin, die Beratungslehrerin und wer den Stundenplan macht - all das konnte Xenia auch Amy und ihren Eltern am Samstag berichten. Die beiden Mädchen verbindet nämlich weniger die Vergangenheit, als vielleicht ihre gemeinsame schulische Zukunft am Johanneum.

Aber ganz so weit ist es für Amy noch nicht. Noch geht sie in die Grundschule "Am Park". Noch kommt für sie eine weitere Schule infrage, auch wenn ihr das Johanneum "richtig gut gefallen" hat. Das viele Glas, diese Durchsichtigkeit und die Offenheit der Schüler und Lehrer haben das Mädchen beeindruckt.

So ging es auch Jolina Hanisch von der Grundschule "Am Adler", auf die das Haus schon bei vorherigen Besuchen, beispielsweise als Sternsinger, den Eindruck einer guten Schule mit netten Lehrern und Schülern gemacht hat. Sie habe sich Räume angesehen, in denen sie sich bestimmt wohlfühlen würde, sagt das elfjährige Mädchen aus Klein Neida. Außerdem ist ihm als Katholikin die kirchliche Ausrichtung wichtig.

Felix Hoffmann möchte zunächst in den Oberschulzweig einsteigen. Dem Zehnjährigen aus der Grundschule "Am Park" ist die direkte Verknüpfung mit dem Gymnasium wichtig. So kann er vielleicht mit seinen besten Freunden zusammenbleiben, auch wenn die schulischen Wege sie vorerst auseinander geführt hätten. Felix findet den Zeitpunkt dieser Entscheidung ja eigentlich zu früh. Aber der Schulclub und die Sporthalle haben ihm schon gefallen. Da er aber auch Musik sehr gern mag, ist bisher noch nichts wirklich entschieden, wie er selbst mitteilt.

Bei Charlene Piechaczek sieht das etwas anders aus. Sie möchte unbedingt am Johanneum weiterlernen. Den Chemieraum und "dass nicht überall Wände, sondern Fenster sind" findet sie schön. Zwar wird die Neunjährige von ihrer Grundschule "An der Elster" alle Voraussetzungen für das Gymnasium mitbringen. Mutter Christin aber möchte ihrer Tochter aus eigenem Erleben den frühen Leistungsdruck ersparen und Charlene erst einmal in den Oberstufenzweig geben. Da dort eine zweite Fremdsprache gelehrt wird, ist ein späterer Wechsel an das Gymnasium unter dem Dach des Johanneums recht unproblematisch. Und so müsse sie bei ihrer bewussten und begründeten Entscheidung kein schlechtes Gewissen haben, sagt Christin Piechaczek.

Nur überhaupt einen Platz in der einzügigen Oberschule zu bekommen, könnte zum Problem werden. Die Anmeldungen seien schon zu diesem frühen Zeitpunkt mehr als ausreichend, berichtet Bernard Würfel vom Vorstand des Schulträgervereins von seinem Besuch bei der Vertrauenslehrerin.

Die diesbezüglich durchaus einmal schwierigen Zeiten seien lange vorbei. Daher, und weil das Johanneum einerseits schon immer in freier Trägerschaft und andererseits eine Schule mit eigenem christlichen Konzept ist, sei über irgendeine Veränderung der Gegebenheiten überhaupt nicht nachzudenken, sagt die Geschäftsführerin des Schulträgervereins, Claudia Kockert. "Wir haben so viele Eltern, die mit uns für dieses Konzept kämpfen", betont Bernard Würfel und kann dabei wohl sicher sein, auch die begeisterte Johannesse Xenia auf seiner Seite zu haben.