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| 02:46 Uhr

Schneeglöckchendose als Hingucker

Diese beiden Gänseeier hat Birgit Pattoka erst vor wenigen Wochen bemalt. Zu sehen sein werden die Exponate in der Schleifer Ausstellung, die am 21. März eröffnet wird.
Diese beiden Gänseeier hat Birgit Pattoka erst vor wenigen Wochen bemalt. Zu sehen sein werden die Exponate in der Schleifer Ausstellung, die am 21. März eröffnet wird. FOTO: T. Richter/trt1
Bergen/Schleife. Langsam erwacht die Bergener Schrotholzscheune aus dem Winterschlaf. Inhaberin Birgit Pattoka wuselt in diesen Februartagen öfter durch das über 240 Jahre alte Gebäude. Kein Wunder, wirft doch das Osterfest bereits seine Schatten voraus. Torsten Richter / trt1

Einen Termin hat die Bergener Volkskünstlerin Birgit Pattoka schon ganz dick in ihrem Kalender eingetragen: das vierte März-Wochenende. Denn am 21. März eröffnet die 49-Jährige ihre traditionelle Osterausstellung. Fast zeitgleich wird zum Ostereiermalen eingeladen.

Allerdings präsentiert Pattoka ihre bemalten Glas- und Keramikschätze nicht in ihrer historischen Schrotholzscheune am Bergener Anger, sondern im Sorbischen Kulturzentrum in Schleife. Unter dem Arbeitstitel "Frühlingshafte Malereien auf Glas, Porzellan und Ei" werde derzeit die Ausstellung vorbereitet. Laut Birgit Pattoka dürfen sich die Besucher auf ihre geschaffenen Werke aus den vergangenen Jahrzehnten freuen. Einen Höhepunkt stelle eine gläserne Eidose dar, die die Volkskünstlerin liebevoll mit Schneeglöckchen verziert habe. Ganz frisch seien darüber hinaus zwei bemalte Gänseeier, die Schleifer Osterbräuche, und zwar das Ostersingen sowie das Osterwasserholen, darstellen.

Obwohl viele Exponate aus der Bergener Schrotholzscheune im Sorbischen Kulturzentrum zu sehen sein werden, lädt das historische Ensemble in der Elsterheide ebenfalls in der vorösterlichen Zeit ein. Traditionell beginnt die neue Saison mit dem Ostereiermalen. Selbst bis Frankreich habe sich die Veranstaltung bereits herumgesprochen. Zumindest hätten sich bereits mehrere Schüler aus dem westlichen Nachbarland, die während dieser Zeit im Hoyerswerdaer Foucault-Gymnasium zu Besuch sind, angemeldet. Natürlich seien auch individuelle Mal-Termine möglich, sagt Birgit Pattoka.

Auf jeden Fall werde auch in diesem Jahr wieder die Andacht am Gründonnerstag in der Schrotholzscheune stattfinden. Am 17. April erwarte die Volkskünstlerin bis zu 100 Besucher. Die Andacht halte der Hoyerswerdaer Superintendent im Ruhestand, Friedhart Vogel. Da der Ostertermin ziemlich spät liegt, dürften sich die Besucher auf das große Blütenerwachen im Garten an der Schrotholzscheune freuen. Wenn das Wetter mitspiele, können dann die Kirschbäume in ihrem weißen Blütenkleid bewundert werden. Und möglicherweise beginnt dann auch schon die Blüte des alten Apfelbaums direkt vor der Scheune.

Im vergangenen Jahr hatten rund 1400 Menschen das über 240 Jahre alte Ensemble besichtigt, etwa genauso viele wie in den zwölf Monaten zuvor. Die besucherstärksten Zeiten befinden sich im März, im Juni sowie im September. Selbst Nachkommen von einstmals nach Texas und Iowa ausgewanderten Sorben hätten das Ensemble bereits besucht. Und auch Gäste aus Finnland würden sich für die Baukünste in der Lausitzer Heide interessieren, so Birgit Pattoka.

Über den Sommer könnten wieder verschiedene Keramikarbeiten von Künstlern aus der Region zu sehen sein. Im vergangenen Jahr hatte der Malkurs der Hoyerswerdaer Volkshochschule 20 bunte Hähne über den Sommer in der Schrotholzscheune präsentiert.

Zum Thema:
Noch bis zum 7. März (Poststempel) können Erwachsene ihre Kollektionen für den diesjährigen Wettbewerb um das schönste sorbische Osterei einreichen. Darauf weist der Veranstalter, der Förderkreis für sorbische Volkskultur, hin. Aufgerufen sind alle Erwachsenen in der Ober-, der mittleren und der Niederlausitz, die sich dieser Tradition verbunden fühlen. Prämiert werden drei ihrer schönsten ausgeblasenen Hühnereier in den bekannten sorbischen Techniken, gefertigt mit traditionellem Handwerkszeug. Zur Auswertung kommen kleine Kunstwerke in Wachsbatiktechnik (ein- und mehrfarbig), Kratztechnik, Ätztechnik sowie Wachbossiertechnik (ein- und mehrfarbig). Jeder Einsender kann sich mit mehreren Techniken beteiligen. Den Kollektionen ist ein Blatt mit Namen, Anschrift, Alter und Bezeichnung der Technik beizulegen. Sie können direkt an den Förderkreis für sorbische Volkskultur, Postplatz 2, 02625 Bautzen, geschickt werden oder in den Sorbischen Kulturinformationen in Cottbus, Bautzen, Schleifeoder in den jeweiligen Regionalbüros der Domowina in Schleife, in Hoyerswerda, Dresdner Straße 18 oder Crostwitz, abgegeben werden. Eine Jury ermittelt am 11. März die Preisträger. Die schönsten Exponate werden beim 23. Sorbischen Ostereiermarktes am 15. und 16. März im Haus der Sorben in Bautzen ausgestellt. Weitere Informationen: www.volkskultur.sorben.com