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Bernsdorf
Schlosspark verdient wieder seinen Namen

Bauamtsmitarbeiter Steffen Moschke präsentiert das sanierte Parkgelände mit Schlossteich in Bernsdorf.
Bauamtsmitarbeiter Steffen Moschke präsentiert das sanierte Parkgelände mit Schlossteich in Bernsdorf. FOTO: Catrin Würz / LR
Bernsdorf. Die Stadt Bernsdorf hat den Teich und das Natur-Areal hinter dem Rathaus saniert. Das ist auch für den Hochwasserschutz wichtig. Von Catrin Würz

Das in Bernsdorf als „Schlosspark“ benannte Wald- und Naturareal hinter dem Rathaus verdient jetzt wieder seinen Namen: Die Stadt hat das Parkgelände in den vergangenen Monaten in Eigenregie saniert. „Natürlich in enger Absprache mit dem Denkmalschutz“, sagt Steffen Moschke vom Bauamt der Stadt. Der teils uralte Bewuchs auf dem Gelände wurde im bodennahen Bereich großzügig freigeschnitten und wirkt jetzt luftig und gefällig. Das Ergebnis der Bemühungen ist überraschend: „Jetzt kommt der Parkcharakter des Geländes gleich ganz anders zur Geltung“, so Moschke. Derzeit blühen tausende von Buschwindröschen unter den alten Eichen, von denen mehrere als Naturdenkmale eingestuft sind.

Doch nicht nur um die optische Wirkung ging es bei den Bauarbeiten für rund 30 000 Euro, sondern in erster Linie auch um die Absicherung des Hochwasserschutzes. Der Schlossteich, der historisch schon immer zum alten Gutshaus von Bernsdorf gehörte und der Entwässerung der umliegenden sumpfigen Bereiche diente, hatte sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten nahezu bis zum Rand mit Schlamm gefüllt. „Im Teich war kaum noch Aufnahmekapazität für die Entwässerung der umliegenden Bereiche“, sagt Steffen Moschke. Zudem hat der Schlossteich seit dem Bau der Umgehungsstraße auch noch eine zusätzliche Funktion im Hochwasserschutz: Das Gewässer gilt als eine erste Staustufe für die Straßenentwässerung an der Umgehung. Eine Funktion, die der Teich zuletzt gar nicht mehr erfüllen konnte.

Dass dringend etwas für den Schlossteich getan werden musste, stand seit mehreren Jahren auf der Agenda. Bauamt und städtischer Bauhof suchten gemeinsam nach einer Variante, die technisch umsetzbar und zugleich kostensparend ist. Das war allerdings gar nicht so einfach: Der Schlossteich-Schlamm ist wegen seines natürlichen Umfeldes im Raseneisenerz-Gelände und wegen des stark eisenhaltigem Wassers selbst als kontaminiertes Material eingestuft. Diesen Schlamm komplett zu entsorgen, hätte enorme Kosten für das Stadtsäckel verursacht. Deshalb favorisierte die Verwaltung auch eine andere Variante: das Verbringen des Schlammes im unmittelbaren Umfeld des Teiches. Seit dem Herbst 2017 wurde parallel zur Rathausallee ein langgezogenes, schlauchartiges Auffangbecken ausgehoben. „Dort haben wir den Schlamm aus dem Schlossteich hineingepumpt“, erklärt Bauamtsmitarbeiter Steffen Moschke. Etwa 500 Tonnen Schlamm versickerten in dem Auffangbecken, das in Kürze begrünt wird und künftig kaum noch als Becken wahrgenommen wird. Eine ganz ähnliche Technologie kam vor einigen Jahren auch im Bernsdorfer Schmelzteich zur Anwendung.

Nach dem Auspumpen des Schlossteiches wurden die Uferbereiche mit Holzfaschinen befestigt „Eine historische Bauart, wie sie auch früher für den Schlossteich angewendet wurde“, weiß Steffen Moschke. Die Staukapazität in dem Gewässer habe sich nach den Bauarbeiten deutlich vergrößert. Ein wichtiger Puffer für den Hochwasserschutz.

Damit der Schlosspark insgesamt ein ganz neues Bild abgibt, wurde auch die alte Begrenzungsmauer mit Pforte repariert und neu verputzt. Ob die Pforte künftig ein schmiedeeisernes Tor bekommt oder nicht, will das städtische Bauamt bei der nächsten Vor-Ort-Begehung mit den Denkmalschützern klären.

Klar ist schon jetzt: Der alte Bernsdorfer Schlosspark gibt in diesen Tagen ein ganz neues Bild ab. „Er ist ein richtiges Kleinord geworden“, freut sich der Rathausmitarbeiter und hebt die Leistung des Bauhofes hervor. Ein Wegenetz zum Schlendern wird das Parkareal allerdings nicht bekommen. Das habe es historisch so auch noch nie gegeben, sagt Moschke.

Ein Lieblingsplatz für Brautleute werden Park und Teich hinter dem Bernsdorfer Rathaus damit künftig noch mehr sein als schon bisher. Nach dem Ja im Standesamt streben viele Brautpaare in Bernsdorf direkt zum Schlossteich, um die Erinnerung an diesem Tag für immer auf ein foto zu bannen. Nun mit einer Kulisse, die so schön wie lange nicht daherkommt.