"Wir üben in Rollenspielen", erklärt Achtklässler Florian Friedrich. Zusätzlich finden mindestens zwei Seminare pro Schuljahr statt. Erst nach einer praktischen Prüfung dürfen sie als Streitschlichter aktiv werden, erklärt die 15-jährige Monique Saluschke. "Kein Schlichter darf parteiisch sein", nennt Lehrerin und Gruppenleiterin Hannelore Raum einen Grundsatz. "Außerdem dürfen wir nur Streitfälle von Schülern schlichten, die jünger sind als wir selber", ergänzt die Siebtklässlerin Michelle Vogler. "Was im Schlichterraum besprochen wird, bleibt auch dort." Nicht einmal die Klassenlehrer erfahren vom Inhalt des Gespräches. "Wir sind kein Gericht und urteilen nicht nach Opfer und Täter", erklärt Tim Trense (14). Jede Mittags- und Hofpause ist der Schlichterraum besetzt. Voraussetzung dafür sei, dass beide Streitenden das wollen, erklärt Tommes Siermann aus Klasse 8. "Die Schüler erreichen viel für sich selbst", stellt Hannelore Raum fest. Sie lernen, sachliche Gespräche zu führen ohne Beleidigungen oder Reinreden.