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| 17:04 Uhr

Am Wochenende ist Schleppertreffen
Koblenz ist im Traktoren-Fieber

 Die Schlepperfreunde: Auf diesem Bild sind sie zu sechst. Im Verein sind allerdings 38 Mitglieder. Dazu kommen rund 180 Unterstützer. Am Wochenende (9. bis 11.August 2019) werden sie jede Unterstützung brauchen - dann ist wieder Schleppertreffen in Koblenz.
Die Schlepperfreunde: Auf diesem Bild sind sie zu sechst. Im Verein sind allerdings 38 Mitglieder. Dazu kommen rund 180 Unterstützer. Am Wochenende (9. bis 11.August 2019) werden sie jede Unterstützung brauchen - dann ist wieder Schleppertreffen in Koblenz. FOTO: Anja Guhlan
Koblenz. Im Knappensee-Ort Koblenz steht der Traktor ganz hoch im Kurs. Die Schlepperfreunde ulken, Kinder lernen dort eher Trekker- als Radfahren. Der absolute Höhepunkt ist das eigene Schleppertreffen. Von Anja Guhlan

Fast alle Bewohner von Koblenz besitzen einen. Dann rauschen sie mit Tempo 20 durch das 400-Seelen-Dorf. Das Motorenbrummen ist für sie ein herrliches Geräusch. Die Schlepperfreunde hegen und pflegen ihre Leidenschaft: ihre Traktoren. In Koblenz, so behaupten die Schlepperfreunde, gibt es mehr „Trekker“ als Häuser.

Allein der Vorsitzende der Schlepperfreunde, Armin Theka, besitzt gleich zwei Traktoren, und zwar aus der Marke Eigenbau.

„Ich glaube, ich habe noch nie einen niegelnagelneuen Traktor gekauft. Irgendwie war immer was kaputt, und so habe ich immer an den Traktoren gewerkelt und sie eigenhändig wieder aufgebaut“, erzählt der 49-Jährige. Das sei gar nicht so kompliziert, schildert er.

Die meisten Bewohner im Dorf am Knappensee, das zur Gemeinde Lohsa gehört, benutzen ihre Traktoren noch regelmäßig, erklärt Frank Krahl, der auch zu den Schlepperfreunden zählt.

„Wir brauchen die Traktoren, um zum Beispiel Holz oder andere Materialien zu den Höfen zu holen. Einige Jüngere fangen auch wieder mit der traditionellen Landwirtschaft an, und da ist ein Traktor von enormer Hilfe.“ Und Frank Theka fährt mit seinem Traktor auch gerne mal in den Kurzurlaub.

Zu den Koblenzer Schlepperfreunden zählen auch Frauen

Doch wer glaubt, dass Traktoren nur die „Spielzeuge von Männern“ seien, der täuscht sich. Zu den Schlepperfreunden, die aus 38 festen Mitgliedern bestehen und zudem etwa 180 Unterstützer haben, zählen mittlerweile auch zehn Frauen, so auch die 29-jährige Mandy Salowsky. „Ich habe zwar leider noch keinen eigenen Traktor, aber ich fahre sie regelmäßig gerne“, erzählt sie.

„In Koblenz wächst man automatisch mit Traktoren auf, weil sie sich in jeder Ecke befinden“, erzählt Mandy Salowsky. Der 48-jährige Tilo Babick sagt: „Wer in Koblenz aufwächst, wird früher oder später mit dem Traktoren-Fieber infiziert. Eigentlich lernt der Nachwuchs bei uns eher Traktor fahren als Radfahren.“

Auch Zugezogene lassen sich in Koblenz schnell anstecken. „Würden wir nur alle Koblenzer mit ihren Traktoren auf den Festplatz stellen, wäre der Platz schon halb voll“, ist sich Norbert Gahno (30) sicher.

16. Schleppertreffen in Koblenz

Die Traktorenleidenschaft zieht sich durch das gesamte Dorf. Dabei wird sich unter den Gleichgesinnten ausgetauscht, gefachsimpelt, und gegenseitig geholfen.

„Es ist natürlich auch die Geselligkeit bei uns. Innerhalb der Schlepperfreunde haben sich Freundschaften gebildet. Man hat sich nochmal von einer anderen Seite näher kennengelernt. Wir unternehmen gemeinsam auch sehr viel. Fahren zum Beispiel auch zu anderen Traktorentreffen“, schildert Armin Theka.

Der absolute Höhepunkt bei den Schlepperfreunden ist jedoch das eigene Schleppertreffen, das zum 16. Mal wieder am kommenden Wochenende in Koblenz stattfinden wird.

„Aufgrund des großen Zuspruchs müssen jetzt weitere Treffen folgen“, meint Armin Theka. „Eine Woche im Voraus sind wir schon mit dem Aufbau beschäftigt. Dann werden auch wieder alle Traktoren geputzt und teilweise auch aufgehübscht mit Blumenkränzen oder Wimpeln“, erzählt Theka.

Jeder Traktor hat seine eigene Stärke

Die Schlepperfreunde betonen, dass es aber nicht um den hübschesten, stärksten oder höchsten Traktor geht. „Untereinander messen wir uns mit unseren Traktoren nicht. Jeder Traktor hat seine eigene Stärke und seine ganz eigenen Facetten und Besonderheiten“, erklärt Frank Krahl.

Viel mehr wolle man mit den vielen Traktoren und inzwischen auch mit einigen historischen Dreschmaschinen der Nachwelt ein bisschen näher bringen, wie die alte Technik und die Landwirtschaft früher funktioniert hat.

„Wir sind ganz froh, dass unser Treffen inzwischen jedes Jahr auf das Neue so gut angenommen wird“, freut sich Armin Theka über das bevorstehende Schleppertreffen.

„Viele haben sich schon wieder fürs Campen angemeldet. Wünschenswert wäre es natürlich, wenn der Knappensee wieder geöffnet werden würde. Dann könnten die Camper wie früher auch wieder mal im See baden gehen“, lautet ein letzter Wunsch des Vorsitzenden.