| 19:48 Uhr

Schiris spielen traurige Nebenrolle

Sachsenliga, Frauen. Nachdem die Mitfavoriten um den Sachsenmeistertitel, HC Rödertal II, am Samstag unverhofft beide Punkte in Heidenau liegen gelassen haben, hatten es die Frauen am Sonntag bei Chemie Zwickau in ihren Händen, sich etwas abzusetzen. K. Herzer

Dazu mussten sie jedoch gewinnen.

Wie sich aber dieses Spiel gestaltete, lässt sich schwer in Worte kleiden. Fakt ist, die Einstellung stimmte beim Sportclub 60 Minuten lang. Fakt ist auch, dass die Hoyerswerdaerinnen Fehler im Spielaufbau machten, sodass die Zwickauerinnen in der Partie blieben. Besonderen Einfluss nahmen die beiden Unparteiischen. Erst agierten sie nur unglücklich, aber mit der Länge des Spieles rückten sie immer mehr in den Fokus. Mit ihrer Art, ein Spiel zu leiten, nahmen sie beiden Mannschaften die Chance auf ein niveauvolles Sachsenligaspiel. Schade und traurig für alle mitgereisten Fans, die wieder zahlreich mit dem Sportclub mitgefiebert und gelitten haben.

Doch der Reihe nach. Ab der ersten Minute gingen die Zwickauerinnen mit einer sehr robusten Deckungsweise in dieses Spiel. Hoyerswerda gelang es trotzdem, mit 3:1 in Führung zu gehen. Die Gastgeber konnten jedoch ausgleichen und die Begegnung blieb offen. Oftmals wurden die großen Lücken von den SC-Frauen erkannt und in bekannter Weise auch genutzt, aber immer wieder wurden sie mit "Stürmerfoul" zurückgepfiffen. Unverständlich, denn wer die Spielweise der Frauen kennt, der weiß auch, dass sie auf direktem Weg die Lücke mit der nötigen Dynamik ansteuern. Schade, denn solche Entscheidungen beeinträchtigen ein Spiel derart, dass es unmöglich wird, ein halbwegs normales daraus zu machen. Vielleicht fehlte es den SC-Frauen an diesem Tag auch ein wenig an der notwendigen Cleverness, denn dann wären nicht so viele Fehler im Spielaufbau passiert. So ging es mit einem 12:12 in die Kabinen.

Nach der Pause das gleiche Bild, wobei die Deckung toll geackert hat. Dass sie noch ganze zehn Tore in 30 Minuten zugelassen haben, spricht für sie. Auch Laura Schmidt im Tor trug dazu bei. Aber dass die Handballfrauen aus der Lausitz auch nur 10 Treffer erzielen konnten, das steht dagegen.

Von einem Sachsenligaspiel konnte man nun sowieso schon länger nicht mehr sprechen. Dass es beispielsweise nur eine Zeitstrafe für ein Zurückreißen des Wurfarmes bei einem schnellen Angriff gab, blieb an diesem Tag nicht das einzige Fragezeichen. Auch, dass es nach so einem Spiel dann noch Beleidigungen der einheimischen Zuschauer für die junge Mannschaft aus Hoyerswerda gab, stößt auf Unverständnis. Das hatte mit Fairness nichts zu tun.

Am Ende mussten die Hoyerswerdaerinnen froh sein, überhaupt einen Punkt aus diesem Spiel mit nach Hause genommen zu haben. Alle waren an ihre Grenzen gegangen.

SC Hoyerswerda: Tor: L. Schmidt, M. Rau. Feld: M. Krausch, L. Schimank (1), M. Sowa (3), J. Mummert, K. Dreihardt (4), L. Dybowski (2), M. Jokusch (1/1), N. Loth (1), L. Rosemann (9/1), Ch. Schöps (1).