ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:48 Uhr

Lausitzer Seenland
Partwitz bekommt seinen Anleger

Nördlich der Landzunge im Partwitzer See soll der neue Schiffsanleger am Partwitzer See entstehen. Ziel ist, dass dort möglichst im Jahr 2020 Schiffe anlegen. Dann wären bereits drei Lausitzer Seen miteinander verbunden. Der Großräschener See soll schnell folgen.
Nördlich der Landzunge im Partwitzer See soll der neue Schiffsanleger am Partwitzer See entstehen. Ziel ist, dass dort möglichst im Jahr 2020 Schiffe anlegen. Dann wären bereits drei Lausitzer Seen miteinander verbunden. Der Großräschener See soll schnell folgen. FOTO: LMBV
Lohsa. Die beste Variante für eine Mole ist gefunden. Der Barbara-Kanal könnte bald befahrbar sein. Von Sascha Klein

Der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen hat sich gemeinsam mit Bergbausanierer LMBV auf eine Variante für den Bau eines Schiffsanlegers am Partwitzer See geeinigt. Das ist am Dienstag während der Zweckverbands-Sitzung in Lohsa bekannt geworden. Die Lösung: Der Anleger am Partwitzer See bekommt eine sechs Meter breite Mole. Die soll einerseits bei Winterstürmen besseren Schutz bieten, andererseits können Gäste sie bis zum Ende begehen. Das steigert die Attraktivität des Partwitzer Sees.

Der Schiffsanleger entsteht nördlich der Halbinsel – dort, wo die LMBV bereits vor Jahren das Hafenbecken vorgeformt hat. „Unser Ziel ist, dass der Schiffsanleger zur Saison 2020 in Betrieb geht“, sagt Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark, der am Dienstag die Zweckverbands-Sitzung geleitet hat. Die Genehmigungsverfahren würden mit Sicherheit nicht einfach, betont er. Aber nun hätten Gemeinde und Zweckverband eine planbare Größe. Die Kosten belaufen sich nach ersten Schätzungen auf zirka 1,64 Millionen Euro und sollen zu einem Teil über die Bergbausanierung (Paragraf IV) getragen werden. Darin enthalten ist auch eine Slipanlage, die in direkter Nähe entstehen und damit allen einen Zugang per Boot zum See ermöglichen soll. Die Gemeinde Elsterheide plant darüber hinaus, den Innenbereich der entstehenden Marina mit Bootsanlegern für Sportboote auszustatten. Wie Koark sagt, bilden  Geierswalder und Partwitzer See dann ein kleines Pendant zu den großen Stadthäfen in Senftenberg und Großräschen. Geklärt werden muss Dietmar Koark zufolge unbedingt noch die Schiffbarkeit des Sees. Schließlich sollen ab der Saison 2020 dann auch Fahrgastschiffe nahe der Ortschaft Klein Partwitz anlegen können.

Das Hafenbecken ist etwa 130 Meter lang, die Tiefe hinter der seitlichen Uferlinie beträgt 30 bis 60 Meter. Die Hafengrundform ist ein längliches Fünfeck. Bis jetzt gibt es dort keine Stege. Zurzeit wird der nordöstliche Hafenteil, der direkt neben dem schwimmenden Haus liegt, als Basis für Jetski genutzt.

Bis jetzt ist der Partwitzer See für Fahrgastschiffe zum einen nicht befahrbar, zum anderen nicht erreichbar. Das soll sich spätestens bis zum kommenden Jahr ändern. Dann ist geplant, den eigentlich ältesten Kanal des Seenlandes, den Barbara-Kanal, für Schiffe zu öffnen. Er verbindet den Geierswalder mit dem Partwitzer See. Diese Verbindung soll die dritte im Lausitzer Seenland sein. Wenn der Barbara-Kanal geöffnet ist, können Schiffe vom Senftenberger über den Geierswalder bis zum Partwitzer See fahren. Wie Jens Becker von Bergbausanierer LMBV betont, läuft die Umsetzung. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Parallel zum Bau soll bereits das Abnahmeverfahren laufen, damit dieses möglichst bis zum Start der Saison 2019 beendet ist.

Geklärt ist fürs Erste auch die Finanzierung des Betriebs für den Barbara-Kanal. Die LMBV wird sich bis zum Auslaufen des sechsten Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung Ende 2022 finanziell darum kümmern. „Zweckverband und Kommunen hätten diese Belastung nicht tragen können“, sagt Spreetals Bürgermeister Manfred Heine. Wie es 2023 weitergeht, ist jedoch noch offen. Trotzdem ist Elsterheide-Bürgermeister Koark zunächst froh, dass eine Lösung gefunden ist. „Es muss jedoch eine Lösung über das Jahr 2022 hinaus gefunden werden“, mahnt Zweckverbands-Geschäftsführer Daniel Just an.