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"Schiff ahoi" zwischen Senftenberg und Spreetal

Bergen. In einem halben Jahrzehnt, im Jahr 2022, könnten die Schiffe vom Senftenberger bis zum Spreetaler See fahren. Sie durchqueren auf der rund 45 Kilometer langen Strecke dabei sieben Gewässer und sechs Kanäle. amz1

Diese Vision könnte dann Realität werden, wenn sanierungstechnisch wirklich alles absolut am Schnürchen läuft. Die Jahreszahl 2022 nannte Gerd Richter von der Bergbausaniererin LMBV während einer Präsentation im Elsterheider Gemeinderat.

Um diesen Traum aller Seenland-Touristiker zu verwirklichen, müssen noch drei schiffbare Kanäle errichtet werden. Im Einzelnen handelt es sich um die Verbinder zwischen dem Sabrodter und dem Blunoer Südsee (Überleiter 3/Blunodamm), zwischen dem Blunoer Südsee und dem Neuwieser See (Überleiter 3 a) sowie zwischen dem Neuwieser und dem Bergener See (Überleiter 5). Der Baubeginn könnte im Jahr 2018 erfolgen.

Gerd Richter rechnet mit einem Jahr Bauzeit, die geplante Brücke auf dem Blunodamm dauere allerdings länger. Ab dem Frühsommer 2019 könnten die entsprechenden Seen vollständig geflutet werden.

Aktuell sind die Restlöcher der Tagebaue Bluno und Spreetal zu knapp drei Vierteln gefüllt. Anschließend gelte es, die noch vorhandenen Überhöhen in den Gewässern zu beseitigen. "Eventuell ab 2022 könnte dann die gesamte Passage nutzbar sein", sagt Gerd Richter bewusst vorsichtig.

Er weiß aber auch, dass die LMBV die erforderlichen Genehmigungen seitens der Behörden noch nicht in der Tasche habe. Bislang könne noch nicht einmal der bereits im Jahr 2003 vollendete Barbarakanal zwischen dem Geierswalder und dem Partwitzer See von den Freizeitkapitänen genutzt werden, da auch dort noch das grüne Licht seitens der Landesdirektion Dresden fehlt. Die entsprechenden Unterlagen würden derzeit gerade geprüft. Klappt alles wie geplant, könne im Frühjahr 2018 die lang ersehnte Freigabe erfolgen.

Bürgermeister Dietmar Koark gibt sich indes skeptisch: "Viele Zeiträume, die uns in der Vergangenheit genannt worden waren, sind längst überholt. Besonders die Genehmigungen benötigen so viel Zeit. Wir haben nicht vor, bis in alle Ewigkeit zu warten. Daher müssen wir noch mehr Druck machen." Nicht nur viele Bergleute wollten die Fertigstellung und Schiffbarmachung der gesamten Restlochkette als Kern des Lausitzer Seenlandes gern noch erleben und nutzen. Doch ob dieser Traum Wirklichkeit wird, stehe bislang in den Sternen.