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Scharfer Start für den letzten Bauabschnitt

Die Schotteraufbereitung am Rande von Niesky arbeitet auf Hochtouren. Die Belastungen entstehen allerdings mehr entlang der Strecke.
Die Schotteraufbereitung am Rande von Niesky arbeitet auf Hochtouren. Die Belastungen entstehen allerdings mehr entlang der Strecke. FOTO: U. Menschner/ume1
Niesky. Die Deutsche Bahn AG legt ab September zwischen Niesky und Horka los. Details über Sperrungen und Umleitungen werden erst im August bekannt gegeben. ume1

Es geht los: Für den 1. September plant die Deutsche Bahn AG (DB) den ersten Spatenstich für den Teilabschnitt der Niederschlesischen Magistrale zwischen Niesky und Horka. Dabei handelt es sich um den letzten Abschnitt des Gigaprojektes, welches 2012 mit dem Umbau des Bahnhofs Knappenrode begann.

"Die Rodungsarbeiten sind abgeschlossen. Jetzt werden Baustellen-Einrichtungsflächen und Baustraßen entlang der Trasse angelegt. Wesentliche Voraussetzung für den Baubeginn ist die Herstellung eines Baugleises zwischen Knappenrode und Niesky, um den Waggonbau neu anzubinden", skizziert Angelika Britz, Pressesprecherin der Deutschen Bahn AG für Großprojekte, den gegenwärtigen Stand.

Der "scharfe Start" wird Anfang September mit dem Rückbau der alten Bahnanlagen im Bahnhof Niesky vollzogen. Dieser bildet einen Dreh- und Angelpunkt für den letzten Bauabschnitt, soll er doch komplett umgebaut werden. Dazu Angelika Britz: "Es entstehen vier Gleise - davon zwei Hauptgleise und zwei Überholgleise für Züge bis 750 Meter Länge. Die Anschlüsse zum Waggon- und zum Stahlbau werden über neue Weichen an die Hauptstrecke angebunden. Darüber hinaus errichten wir einen neuen Hausbahnsteig und einen Inselbahnsteig, der über einen Personentunnel mit Aufzügen erreicht werden kann. Der Bahnübergang Neuhofer Straße (Krone) wird durch eine Unterführung ersetzt."

Wann genau die seit Langem angekündigte und gefürchtete Sperrung des Bahnüberganges Muskauer Straße erfolgt, will die Deutsche Bahn AG erst im August vor dem Nieskyer Stadtrat sowie auf Bürgerversammlungen in Niesky und Horka bekannt geben. Dann informiert sie auch konkret über weitere Verkehrsbehinderungen und Belastungen für die Anwohner.

Das Prozedere für die Entschädigungszahlungen hingegen steht bereits fest: "Die Entschädigungssumme richtet sich nach der Dauer und Häufigkeit der Baulärmbelastung und dem Wohnwert der Immobilie, der sich an der vergleichbaren Kaltmiete orientiert. Daher muss die Entschädigungssumme individuell ermittelt werden. Einen Kostenkatalog gibt es nicht. Die DB stützt sich dabei auf ein Verfahren aus der laufenden Rechtsprechung vergleichbarer Bauvorhaben", erklärt die Sprecherin. Bereits im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens seien alle möglichen Betroffenen erfasst worden.

Derzeit herrscht allerdings insbesondere auf dem Streckenabschnitt zwischen Uhyst und Niesky noch Hochbetrieb: "Hier müssen in den nächsten Wochen insgesamt 80 Kilometer Schienen und 67 000 Schwellen verlegt werden. Dafür benötigen wir 160 000 Tonnen Schotter", so Angelika Britz. Dabei ließen sich Nachtarbeiten nicht völlig vermeiden: "So müssen beispielsweise die Materialtransporte von Schienen, Schwellen und Schotter per Zug sowie das Verschweißen der Schienen wegen der kühleren Temperaturen aus Sicherheitsgründen nachts erfolgen. Entsprechende Genehmigungen liegen vor." Durch mobile Lärmschutzwände und schonendere Technologien solle die Belastung so gering wie möglich gehalten werden. Besonders betroffene Personen dürften auf Bahnkosten im Hotel übernachten.

Die Betriebsaufnahme für die Gesamtstrecke visiert die Deutsche Bahn AG für Dezember 2018 an. Das zweite Hauptgleis zwischen Niesky und dem Abzweig Särichen wird erst bei bereits laufendem Betrieb bis Ende 2019 verlegt.