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Schaltflächen und Roboter selber basteln

Die beiden Neuntklässler John Mlinzk und Nico Szikszai haben in einer Projektarbeit im Informatikunterricht einen Roboter zusammengebaut. Der Maschine reagiert auf Sprachbefehle.
Die beiden Neuntklässler John Mlinzk und Nico Szikszai haben in einer Projektarbeit im Informatikunterricht einen Roboter zusammengebaut. Der Maschine reagiert auf Sprachbefehle. FOTO: dcz1
Hoyerswerda. Wie jedes Jahr haben die Schüler und Lehrer der Oberschule "Am Stadtrand" Hoyerswerda wieder den "Kaffeeklatsch", ihren Tag der offenen Tür veranstaltet. Dort erhielten künftige Fünftklässler und ihre Eltern Einblick in neue Schulfächer. Katrin Demczenko / dcz1

Von Technik, Computer oder Physikfächern bis hin zu Ganztagsangebote (GTA) wie Elektronik, Kochen und Basteln - die Oberschule "Am Stadtrand" bietet ein breites Angebot. Das Basteln mit der Schulklubmitarbeiterin Katrin Schloms macht dabei Josefina Kehr und ihren Freundinnen aus der fünften Klasse richtig Spaß, denn sie haben schon Porzellantassen mit speziellen Stiften bemalt und hübsche, kompliziert aussehende Papiersterne zusammengefaltet. "Einige Sterne dekorieren die Schulbibliothek und andere waren das Weihnachtsgeschenk für meine Eltern", erzählte Josefina Kehr. "Wir können hier unserer Kreativität freien Lauf lassen", freute sich Charlene Krems.

Das GTA Elektronik wird vom Naturwissenschaftlich-Technischen Kinder- und Jugendzentrum NATZ Hoyerswerda durchgeführt, sagte dessen Mitarbeiter Christian Kliemank. Die Schüler sollen einfache elektrische Schaltungen kennenlernen und sie dann auf von ihnen selbst zugesägte kleine Sperrholzplatten auflöten. Dabei erlernen und üben die Teilnehmer handwerkliche Fähigkeiten, die ihnen vielleicht später einmal nutzen.

Diesen Anfängen längst entwachsen sind die Neuntklässler John Mlinzk und Nico Szikszai. Sie haben als Projektarbeit im Informatikunterricht aus einem Bausatz des Meccanoid Systems einen sich vorwärts, rückwärts und seitwärts bewegenden Roboter zusammengebaut, der auf gesprochene Befehle reagiert. "Wir mussten auch die Software aus dem Internet herunterladen und auf dem ‚Herz' des Roboters installieren", erzählte Nico Szikszai. Fünf Stunden hat die Arbeit insgesamt gedauert und zum Tag der offenen Tür war sie wie geplant fertig, ergänzte John Mlinzk.

Im Musikraum spielte zum Tag der offenen Tür das vom staatlichen Förderprogramm "Kultur macht stark! Bündnisse für Bildung" unterstützte Schulorchester den Schlusssatz "Freude schöner Götterfunke" aus Beethovens neunter Symphonie. Fünf Lehrer der Musikschule unterweisen die Schüler im Geigen-, Gitarren-, Klavier- und Schlagzeugspiel. Die Nigerianerin Juliet Vinsent sang den christlichen Song "Halleluja". "Bald soll das Mädchen mit der schönen Stimme, das erst seit zwei Monaten an der Altstadt-Oberschule lernt, die Sängerin des Orchesters werden", sagte die verantwortliche Lehrerin Rosemarie Schulze. Sie will der 15- Jährigen so die Integration erleichtern. Juliet Vinsent gehört aber auch zum Tanztheaterprojekt "akzepTanz", welches das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt. "Junge Flüchtlinge und deutsche Jugendliche sollen sich mithilfe von Musik und Bewegung kennen und verstehen lernen", erklärte Ilona Feher von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft. Sie stellte das Projekt, dessen Inhalt die Teilnehmer selbst erarbeiten, mit einigen Flüchtlingen an der Altstadt-Oberschule vor. "Die Lehrer werden das Anliegen in ihre Klassen tragen, um deutsche Jugendliche zum Mittun zu gewinnen", versprach der Schulleiter Norbert Kavel.