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| 02:44 Uhr

Schädlinge machen dem Wald weiter zu schaffen

Eichenprozessionsspinner.
Eichenprozessionsspinner. FOTO: Landesbetrieb Forst Brandenburg
Bautzen. Im Kreis Bautzen hat es im vorigen Jahr 19 Waldbrände auf einer Fläche von insgesamt etwa einem Hektar gegeben. Dies geht aus dem jetzt vom Landratsamt veröffentlichten Waldschutzbericht für 2016 hervor. Uwe Menschner / ume1

Der größte Brand mit 0,64 Hektar Schadfläche ereignete sich am 23. Mai 2016 bei Bröthen (Stadt Hoyerswerda). In diesem Bereich kommt es laut Kreisforstamt schon seit mehreren Jahren zu Bränden, bei denen Brandstiftung vermutet wird.

Auch Hagel führte 2016 zu Schäden an den Wäldern im Landkreis. So gingen ebenfalls am 23. Mai - offenbar ein turbulenter Tag - bis zu tennisballgroße Hagelkörner über den Hahnenbergen (Gemeinden Radibor und Königswartha), Brischko und Maukendorf (Stadt Wittichenau) nieder. Die Hagelkörner verursachten großflächige Rindenverletzungen, die in vielen Fällen zum Absterben der Bäume führten. Bedingt durch die große Feuchtigkeit im Sommer kam es zu einer starken Ausbreitung des Pilzes Sphaeropsis Sapinea, der zum Absterben der Triebe insbesondere bei Kiefern führt.

Günstiger als erwartet verlief der Befall bei den Schadkäfern Buchdrucker und Kupferstecher. "Durch die Dürreperiode im August 2015 und die rasante Populationsentwicklung im September/Oktober 2015 war die Ausgangslage für das Jahr 2016 sehr kritisch", berichtet das Kreisforstamt.

Auch den Winter überstanden die Schädlinge fast ohne Verluste. "Durch die günstige Witterung im Jahresverlauf kam es dann aber nicht zur befürchteten Massenvermehrung", heißt es im Bericht. Dazu hätten auch die konsequenten, im Zusammenwirken mit den Waldbesitzern durchgeführten Bekämpfungsmaßnahmen beigetragen.

In "bisher noch nicht gekanntem Ausmaß" verzeichneten die Kreisförster im Vorjahr den Befall von bereits geschlagenem und für den Abtransport aufgestapeltem Holz durch den Zwölfzähnigen Kiefernborkenkäfer.

Als eher unkritisch hingegen wird die Situation hinsichtlich der als Waldschädling gefürchteten Nonne eingeschätzt. Dasselbe gilt für den Schwammspinner, wobei sich dessen Fangzahlen in den aufgestellten Fallen im Forstrevier Elsterheide der kritischen Menge annähern.

Erstmals wiesen die Kreisförster 2016 in ihren Fallen im Bereich Neustadt/Spree den Eichenprozessionsspinner nach. Raupennester oder Anzeichen für den Befall von Bäumen fanden sie jedoch nicht. Die Beobachtung soll jetzt weiter intensiviert werden. In den Revieren Elsterheide und Bernsdorf verursachte der Frostspanner starke Fraßschäden. Seit 2014 ist der Buchsbaumzünsler im Kreisgebiet heimisch, der vor allem im nördlichen Kreisgebiet Schäden auf Friedhöfen und in Parkanlagen anrichtet. Im Ergebnis der Winterbodensuche rechnet das Kreisforstamt für 2017 vor allem hinsichtlich des Kiefernspanners mit Problemen, da hier in den Bereichen Grüngräbchen und Ralbitz erhöhte Zahlen festgestellt wurden.

Als problematisch für sein Monitoring bewertet das Forstamt die Sperrung großer Bereiche in der Bergbaufolgelandschaft. Dadurch könne keine zuverlässige Abschätzung des Befalls und der Gefährdung im Norden des Landkreises mehr erfolgen.