Im Norden des Landkreises Bautzen herrscht derzeit extrem hohe Waldbrandgefahr. Wie der Staatsbetrieb Sachsenforst mitteilt, gilt in der Region Hoyerswerda bereits die Waldbrandwarnstufe fünf. Die Prognose lasse auch für das Osterwochenende keine Entspannung erkennen.

Trockenes Laub, fehlende Schneeschmelze

Durch das warme und trockene Wetter und durch den beginnenden Laub-Austrieb der Bäume sei die Bodenoberfläche im Wald stark ausgetrocknet. Eine Schneeschmelze gibt es in diesem Jahr nicht. Zwar haben die höheren Niederschläge im Februar und März den Boden in den oberen Schichten durchfeuchtet, sie konnten aber die hohen Niederschlagsdefizite der vergangenen beiden Jahre nicht ausgleichen, teilt der Staatsbetrieb weiter mit. Die Unterböden seien in einer Tiefe von zwei Metern stark ausgetrocknet.

In Sachsen ist der April ein typischer Waldbrand-Monat

Die massiven Waldschäden der vergangenen zwei Jahre führen darüber hinaus zu einer erheblichen Brandlast: Abgestorbene, trockene Baumteile sind vermehrt in den sächsischen Wäldern vorhanden. Der April ist ein typischer Waldbrand-Monat, heißt es seitens Sachsenforst weiter. Im vergangenen Jahr wurden im Ostermonat 46 Waldbrände im Freistaat gemeldet. Das sind mehr als in jedem anderen Monat eines sonst sehr heißen und trockenen Jahres 2019.

Waldbrände entstehen meist durch fahrlässiges Verhalten

Waldbrände werden in den meisten Fällen durch fahrlässiges Verhalten verursacht, betont der Staatsbetrieb. Im vergangenen Jahr konnten fast drei Viertel der insgesamt 153 Waldbrände darauf zurückgeführt werden. Diese Statistik unterstreiche, wie wichtig ein achtsames Verhalten im und in der Nähe von Wald ist. Rauchen ist im Wald ganzjährig verboten. Der Umgang mit offenem Feuer im Wald oder in einer Nähe von 100 Metern – wie beim Gillen, bei Lagerfeuern oder beim Verbrennen von Gartenabfällen – ist grundsätzlich zum Schutz des Waldes untersagt.

Auch aufgeheizte Katalysatoren von abgestellten Fahrzeugen auf trockener Bodenvegetation können Waldbrände auslösen. Zufahrtswege zu Waldgebieten dürfen durch die Fahrzeuge von Waldbesuchern nicht versperrt werden, damit Rettungsfahrzeuge zum Ort des Geschehens vordringen können.