Die Frage lautet nicht, ob die Afrikanische Schweinepest (ASP) Deutschland und damit auch Sachsen erreicht, sondern nur noch wann. Erst Anfang Dezember sind mehrere Krankheitsfälle nur gut 40 Kilometer östlich der deutschen Grenze in Polen bestätigt worden. Der Freistaat Sachsen wappnet sich jetzt für den Ernstfall. In dieser Woche findet eine mehrtägige Tierseuchenübung zur Bekämpfung der gefährlichen Infektionskrankheit statt. In der Oberlausitz ist dazu der Aufbau eines elektrisch geladenen Wildzaunes geübt worden. Eine rund 150 Meter lange Strecke wurde mit dem 73 Zentimeter hohen Drei-Litzen-Zaun plus Flatterband entlang einer Wald-Feld-Grenze unweit von Schirgiswalde (Landkreis Bautzen) ausgestattet. „Ziel ist es, dass im Krankheitsfall die Wildschweine den dann eingezäunten Bereich nicht verlassen und damit keine weiteren Artgenossen anstecken können“, erklärt Amtstierärztin Ulrike Kutschke. Der Freistaat Sachsen stellt dazu insgesamt 25 Kilometer Zaun bereit.

Gefahr für Hausschweine

Würde die Krankheit bei einem Tier nachgewiesen, käme in einem bestimmten Umkreis sämtlicher Handel mit Hausschweinen, die ebenso wie Wildschweine gefährdet sind, zum Erliegen, erklärt Norbert Bialek vom Bautzener Veterinäramt. Derzeit gibt es im Landkreis Bautzen rund 90 000 Hausschweine, die in 400 Betrieben gehalten werden. Die größte Anlage mit 17 000 Tieren befindet sich Klix, rund zehn Kilometer nordöstlich der Kreisstadt.

Schirgiswalde

Die Ansteckung erfolgt von Tier zu Tier oder über tierische Produkte, beispielsweise Fleisch und Wurst. Als ein Einfallskorridor der ASP werden daher die Rastplätze entlang der Autobahnen und Bundesstraßen angenommen. Dort könnten sich die heimischen Wildschweine mittels weggeworfener Speisereste von Reisenden aus ASP-Regionen infizieren. Die Afrikanische Schweinepest verläuft für Wild- und Hausschweine gleichermaßen tödlich. Menschen sind indes nicht gefährdet. Bislang ist die Krankheit in Deutschland nicht aufgetreten, wohl aber in Polen und Tschechien.

Forst