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Sabrodter Wackelei sorgt für Heiterkeit

Das Sabrodter Wackelei sorgte für große Heiterkeit im Ostereiermuseum.
Das Sabrodter Wackelei sorgte für große Heiterkeit im Ostereiermuseum. FOTO: T. Richter-Zippack/trt1
Sabrodt. Hunderte Besucher aus nah und fern hat es am Karfreitag ins Sabrodter Ostereiermuseum gezogen. Dort hatte der Lausitzer Heimatverein zur traditionellen Eierbörse eingeladen. Torsten Richter-Zippack/trt1

Darüber hinaus standen bekannte und weniger bekannte Oster-Bräuche und Spiele im Mittelpunkt.

So beispielsweise das Sabrodter Wackel-Ei: Auf einer rund einen Meter langen Sperrholzplatte sind zahlreiche hölzerne Quader befestigt, die eine Art Labyrinth ergeben. Ziel ist es nun, jeweils ein Ei entweder von der Mitte an den Rand zu befördern oder andersherum. Nur herunterfallen darf es nicht. "Mein Mann hat immer solche tollen Ideen", erklärt Dorothea Tschöke vom Ostereiermuseum schmunzelnd. "Er hat dieses Unikat gebaut." Allerdings fänden in der Regel keine richtigen Eier Verwendung, sondern Flummi-Bälle. Als die Museumsgäste, die aus ganz Deutschland kommen, die ulkig wirkende Konstruktion ausprobieren, gibt es im Raum kaum mehr ein Halten. Es wird gelacht, angefeuert, gepfiffen. Die Leute sind begeistert.

Natürlich werden am Karfreitag in Sabrodt auch Eier bemalt. Wahlweise mit hauchdünnen, farbigen Fäden verziert. So wie es die Proschimer Hobbykünstlerin Helga Tetsch vorführt. "Eine ruhige Hand und ein gutes Auge sind dafür unabdingbar", sagt sie. Extra aus Hamburg ist Chelsy Lau mit ihrer Familie angereist. Die neunjährige Schülerin in der Hoyerswerdaer Tracht verwandelt Eier mittels der Wachstechnik in kleine Kunstwerke. Wie eine junge Norddeutsche zu sorbischen Osterbräuchen kommt? "Na, ich bin doch in der Lausitz getauft", erklärt das Mädchen. Dorothea Tschöke sei ihre Oma. Mindestens seit fünf Generationen pflege die Familie das österliche Eierverzieren. "Selbst meine eigene Mutter malt noch immer. Und das, obwohl sie Anfang April ihren 90. Geburtstag beging", erzählt Dorothea Tschöke. Die Augen wollten zwar nicht mehr so richtig, doch die Hände gingen noch ganz ruhig ans Werk.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es während der diesjährigen Ostereierbörse dennoch. Schuld ist ein neu aufgestelltes Verkehrsschild direkt am Museum. "Erst war hier sogar Halteverbot, jetzt Parkverbot", erklärt Tschöke. Dass die Gäste ihre Autos vor der Gaststätte ein Stück weiter abstellen sollen, sei nirgends vermerkt. Immerhin, so sagen zumindest die Sabrodter, seien im Dorf noch keine Politessen gesichtet worden.