"Heute war der Höhepunkt", schimpfte der Sabrodter. "Man kann sich im Freien zeitweise nicht mehr aufhalten." Mit Blick auf die Gießerei der slr-Elsterheide, die als Quelle des Gestanks betrachtet wird, meinte er, dass "die Beseitigung dieses Problems beim heutigen Stand der Technik doch möglich sein sollte". Er verwies auf die Bürger. "Die erwarten Antworten." Zumal die Klagen über die Geruchsbelästigung seit geraumer Zeit immer wieder kundgetan werden.

Aus diesem Grund hatte es Anfang des Monats eine Zusammenkunft gegeben, informierte Bürgermeister Dietmar Koark (CDU). Mit dabei waren Vertreter der Immissionsschutzbehörde des Landratsamtes Bautzen und Sabrodter Bürger. Die Behörden-Mitarbeiter waren "sehr gut vorbereitet", fand der Bürgermeister. Sie hätten Messergebnisse vorgelegt und erläutert. Mit verschiedenen Verfahren waren Immissionswerte einer Prüfung unterzogen worden. "Und zwar an der Quelle der Immission, an der Anlage selbst." Das Ergebnis in allen Punkten: Es besteht keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung. Die zulässigen Grenzwerte wurden weit unterschritten. "Das zu hören war beruhigend. Das muss ich ganz klar sagen."

Allerdings, so der Bürgermeister weiter, sei auch gesagt worden, dass es "temporär" zu Geruchsbelästigungen in Sabrodt kommt. Diese treten aber zeitlich und örtlich versetzt auf. An manchen Stellen würde der unangenehme Geruch manchmal über Stunden verweilen, während anderswo im Dorf nichts Derartiges feststellbar ist. Von den Mitarbeitern des Landratsamtes wurde angekündigt, dass es mit dem Gießerei-Betreiber Gespräche über "eventuell notwendige bauliche Maßnahmen" geben wird. Außerdem erfolgt eine Protokollierung der Geruchsvorkommnisse. Die entsprechenden Papiere wurden an einige Bürger verteilt. Bis August ist das vorgesehen, um erst mal für ein Vierteljahr eine Protokollreihe zu erhalten.

Dietmar Koark kündigte darüber hinaus an, auch selbst noch mal das Gespräch mit der Betriebsleitung zu suchen "Wir müssen offen und transparent mit der Situation umgehen." Thomas Köhler machte abschließend nochmals auf die Dringlichkeit einer Problemlösung aufmerksam: "Wenn das mit dem Gestank so weiter geht, fast jeden Tag, dann ist das schon eine enorme Belastung für die Bürger."