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Städtepartnerschaft
Russische Stadt Kurtschatov an Partnerschaft interessiert

Spreetals Bürgermeister Manfred Heine, OB Stefan Skora und der Bürgermeister von Kurtschatov, Igor Vladimirovitsch Korpunkov (v.r.n.l.), unterzeichneten am Freitag eine Absichtserklärung, die Aufnahme einer Städtepartnerschaft zu prüfen.
Spreetals Bürgermeister Manfred Heine, OB Stefan Skora und der Bürgermeister von Kurtschatov, Igor Vladimirovitsch Korpunkov (v.r.n.l.), unterzeichneten am Freitag eine Absichtserklärung, die Aufnahme einer Städtepartnerschaft zu prüfen. FOTO: cw
Hoyerswerda. Die Stadt Hoyerswerda bahnt gerade eine neue Städtepartnerschaft an. Es wird ein ungewöhnliches Dreier-Konstrukt sein.

Denn neben Hoyerswerda und der russischen Stadt Kurtschatov im Bezirk Kursk sitzt auch die kleine Gemeinde Spreetal dabei mit im Boot.

Spreetals Bürgermeister Manfred Heine hat die Gespräche und erste Begegnungen zwischen den Partnern in spe ja schließlich auch mit eingerührt. Und das kam so: Schon seit 2014 pflegt die ASG Spremberg, die als Wirtschaftsförderungsgesellschaft den Industriepark Schwarze Pumpe vermarktet, Kontakte zu russischen Kommunen im Oblast Kursk. Insbesondere wirtschaftliche Kontakte standen dabei bislang im Vordergrund. Doch es kamen auch gute, förderliche Beziehungen zwischen der Stadt Spremberg und Shelesnogorsk zustande. In der Region Kursk gab es nun Interesse, neben der brandenburgischen auch mit einer sächsischen Stadt in Beziehung zu treten. "Man sprach zunächst uns als Gemeinde Spreetal an. Aber als ich die Einwohnerzahl von Kurtschatov mit knapp 40 000 Einwohnern gehört habe, da konnte es nur eine Antwort geben. Hoyerswerda muss der Partner sein", schildert Manfred Heine den Werdegang.

Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora stand der Sache aufgeschlossen gegenüber. Und so gab es in dieser Woche während des Besuches einer Kursker Delegation in der Lausitz die ersten Kontakte. Skora sieht in einer solchen Städtepartnerschaft durchaus Potenzial, nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet, sondern auch zu Themen wie Technologietransfer, kommunale Infrastruktur in mittelgroßen Städten, bei Bildung, Sport und Kultur Gemeinsamkeiten zu ergründen. Denn die im äußersten Westen Russlands gelegene Stadt Kurtschatov hat durchaus ganz ähnliche Probleme und Aufgabenstellungen wie Hoyerswerda: Auch Kurtschatov liegt in einem einst industriell geprägten Gebiet und verliert momentan Einwohner. "Unsere beiden Städte haben viel gemeinsam. Wir sollten das nutzen, um uns auszutauschen und voneinander zu lernen", erklärte der Bürgermeister der Stadt Kurtschatov Igor Vladimirovitsch Kor punkov.

Korpunkov schaute sich am Donnerstag bereits die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda und die Wohnungsgesellschaft an. Auch die gefluteten Bergbauseen waren für den russischen Bürgermeister interessant: eine reiche Seenlandschaft kann auch seine Region aufweisen.

Im Rathaus von Hoyerswerda unterzeichneten Stefan Skora, Igor Korpunkov und Manfred Heine am Freitagnachmittag eine gemeinsame Absichtserklärung für eine künftige Zusammenarbeit. Sie soll den Zweck haben, die Aufnahme einer offiziellen Städtepartnerschaft zu prüfen. Hoyerswerda hat mit Huittinen in Finnland und Sroda Wielkopolska in Polen bereits zwei andere aktuelle Städtepartnerschaften in den Jahren 1998 und 2006 abgeschlossen.