Natürlich habe er sich einen Stammhalter gewünscht, gibt Jürgen Kahlki zu verstehen. Doch das klappe bestimmt beim nächsten Mal, fügt er schelmisch lächelnd hinzu und tätschelt bereits wieder hingebungsvoll sein Töchterchen. "Sie ist ein Star für uns", versichert der Papa.
Seit 15. März wussten die jungen Leute, die seit über fünf Jahren ein Liebespaar sind und im März 2006 von Hoyerswerda nach Lohsa zogen, dass sie sich auf Nachwuchs freuen können. Der Geburtstermin sollte voraussichtlich der 17. November sein. Zwei Tage länger mussten Dajana Geißler und Jürgen Kahlki jedoch auf ihr süßes Töchterchen warten. "Weil mein Vati nicht wissen wollte, ob wir einen Jungen oder ein Mädchen bekommen, da haben wir es generell niemanden verraten", berichtet die 25-jährige Restaurantangestellte. Nur ihr 17-jähriger Bruder Rico wurde eingeweiht. "Es war gar nicht so leicht, sich nicht zu verplappern, wenn wir nach dem Geschlecht des Kindes gefragt wurden", versichert lächelnd Jürgen Kahlki. Und so erfuhren einige Freunde und Bekannte doch vorab, dass von den Eltern in spe eine Jolina erwartet wurde.
Gefasst sah das Paar dem 17. November entgegen. Natürlich sei sie gespannt gewesen, wann es endlich losgehe, verrät Dajana Geißler. Samstagvormittag sei sie noch, da ihr Mann arbeiten musste, mit dem Auto zu ihrer Hebamme nach Bröthen gefahren, um zu hören, wann sie mit ihrer Niederkunft rechnen müsse. In der Nacht könne es eventuell soweit sein, diagnostizierte die Hebamme. "Deshalb fuhren wir am Samstagabend nach Lauta, um noch mal gemütlich beim Griechen zu essen", sagt die 25-jährige Mama und lächelt, ob ihrer Unbekümmertheit kurz vor der Entbindung. Da die Hochschwangere in der Nacht von Samstag zu Sonntag sehr schlecht geschlafen hatte und fast jede Stunde wach wurde, suchte das Paar am Morgen die Geburtenklinik in Hoyerswerda auf. Die werdenden Eltern jedoch wurden vertröstet und wieder nach Hause geschickt. "Wir sind spazieren gegangen, und am Nachmittag haben wir gemütlich bei meinen Eltern Kaffee getrunken", schildert Dajana Geißler weiter. Montagfrüh gegen fünf Uhr spürte sie dann erste Wehen. Als sie im Verlauf des Morgen immer heftiger und schon alle fünf Minuten auftraten, verständigte die junge Frau ihre Hebamme. "Bevor wir nach Hoyerswerda gefahren sind, um uns um 8 Uhr mit Simone Töppel in der Geburtenklinik zu treffen, habe ich zu Hause noch den Aufwasch erledigt", plaudert schmunzelnd die sympathische Mama aus.
Obwohl Dajana Geißler und Jürgen Kahlki noch sechs Stunden warten mussten, bis ihr Töchterchen um 13.54 Uhr entbunden wurde, beteuert die 25-Jährige, dass die Zeit recht schnell vergangen sei. Er habe beherzt die Nabelschnur durchtrennt, verrät der junge Vater. Doch als er die Temperatur bei seinem Baby messen sollte, da sei er nicht so couragiert gewesen, gesteht er freimütig. Und, dass es ein ganz tolles Gefühl gewesen sei, als er sein kleines Mädchen erstmals im Arm halten durfte. Als Erster erfuhr Dajanas Bruder Rico, dass seine Schwester entbunden hatte. "Ich habe ihn sofort angerufen", erzählt die junge Frau. Und er sei ganz stolz, dass er nun Onkel ist. Eine halbe Stunde später, um 14.30 Uhr informierte Jürgen Kahlki die frisch gebackene Omi Heike Geißler über die Geburt des Babys und dass Jolina 3312 Gramm schwer und 50 Zentimeter groß sei. Die Gro&sz lig;mama übernahm es, die freudige Botschaft im Familienkreis weiterzutragen. "Meine Eltern sind außer sich vor Freude", weiß Dajana Geißler. Verständlich, dass sie gleich am Montag ihrer Tochter und ihrem ersten Enkel einen Besuch abstatteten und Jolina am liebsten gleich mitgenommen hätten. Onkel Rico spendierte seiner Nichte ein großes weißes Plüschherz mit dem Sternzeichen Skorpion. "Meine Mutti ist auch total aufgeregt und happy", versichert der junge Papa. Für Birgit und Peter Kahlki ist Jolina auch das erste Enkelkind.
Den Vornamen Jolina hat das Paar gemeinsam ausgesucht. Es sollte ein nicht alltäglicher und schöner Name sein. Darüber waren sie sich sofort einig. Und obwohl Jürgen Kahlki seiner Dajana noch keinen Antrag gemacht hat, verrät er, dass nicht nur ein zweites Wunschkind zur künftigen Familienplanung gehöre, sondern ebenso eine Hochzeit. "Doch jetzt gönne ich mir erst einmal 14 Tage Urlaub", frohlockt der 28-jährige Papa. "Die freien Tage habe ich mir extra für mein Baby aufgehoben."