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| 01:37 Uhr

Runder Geburtstag im Krabat-Dorf

Gertrud WinzerFoto: no
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Schwarzkollm. Tatsächlich. Jetzt ist sie 70.

Ein schönes Alter. Das eine oder andere Zipperlein macht ihr schon zu schaffen, aber das sollte einen ja nicht davon abhalten, ein aktives Leben zu führen. Wenn man bedenkt, dass Gertrud Winzer bereits vor sechs Jahren nicht mehr als Ortsvorsteherin zur Verfügung stand, reibt man sich manchmal die Augen, wenn man nach Schwarzkollm kommt. Sie ist überall da, wo es um die Förderung des Sorbischen geht. Man sieht sie bei Einweihungen auf dem Mühlengelände, und sie serviert ebenda (so wie etliche andere Frauen auch) hin und wieder die Plinse und den Kaffee für die Besucher. Und erzählt denen natürlich auch alles, was es zum Thema Mühle zu erzählen gibt. Das passt schon. Denn Schwarzkollm wird nach außen hin mittlerweile vor allem über die Krabatmühle wahrgenommen. Von deren Förderverein ist Gertrud Winzer die Vorsitzende. Und ohne sie hätte es die Mühle wahrscheinlich nie gegeben.

Der Kampfesgeist und der lange Atem der gebürtigen Kühnichterin sind legendär. Immerhin war sie seit 1978 ein Vierteljahrhundert lang Bürgermeisterin und Ortsvorsteherin von Schwarzkollm. Die gelernte Landwirtin war Bereichsleiterin bei der LPG Pflanzenproduktion Hoyerswerda, als sie mit dem Mandat der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands das Amt des erkrankten Bürgermeisters übernahm. Und doch ging es, so sagte sie später, eben nie um Parteipolitik, sondern immer um die Sache. Das war nunmal das Dorf. Und das ist es immer noch. Für ihr Engagement erhielt Gertrud Winzer Ehrungen in Hoyerswerda und in der Partnergemeinde Heinersreuth. Jedesmal, wenn sie ausgezeichnet wird, ist es ihr wichtig, zu betonen, dass das alles kein Werk des Einzelnen ist. Um etwas zu bewirken braucht man Partner und eine intakte Familie. Gertrud Winzer kann sich auf beide Komponenten verlassen - und das nicht nur an runden Geburtstagen. Herzlichen Glückwunsch!