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Ringe tauschen beim Schwarzen Müller?

Heiraten in der Krabat-Mühle in Schwarzkollm? Das Standesamt Hoyerswerda und der Krabat-Mühlen-Verein wollen das in der Zukunft möglich machen. Wann es soweit ist, steht aber noch nicht fest.
Heiraten in der Krabat-Mühle in Schwarzkollm? Das Standesamt Hoyerswerda und der Krabat-Mühlen-Verein wollen das in der Zukunft möglich machen. Wann es soweit ist, steht aber noch nicht fest. FOTO: dpa/Schubert LR
Hoyerswerda. Im vergangenen Jahr haben wieder mehr Paare in Hoyerswerda "Ja" gesagt. Insgesamt 132 Eheschließungen – rund 20 mehr als in den Vorjahren – haben die vier Standesbeamten der Zuse-Stadt 2016 vollzogen. Momentan wird Ausschau gehalten nach neuen interessanten Orten, an denen sich die Brautleute die Ringe anstecken können. Ins Visier ist dabei auch die Krabat-Mühle gerückt. Catrin Würz

Knapp ein Drittel aller Zeremonien zur Eheschließung geht in Hoyerswerda im altehrwürdigen Schloss vonstatten. Doch das wird 2017 dafür nicht zur Verfügung stehen. Denn voraussichtlich ab Februar werden im Schloss Bauarbeiter einziehen. Im Barockteil des historischen Gebäudes starten umfangreiche Sanierungsarbeiten - und für Brautpaare dürfte die Baustelle ein denkbar ungeeigneter Ort sein.

Deshalb halten Chef-Standesbeamtin Sylvia Karlstedt und ihre Kolleginnen momentan Ausschau nach Alternativen, um neben dem klassischen Eheschließungs-Saal im Neuen Rathaus noch einen anderen interessanten Ort für den schönsten Tag im Leben vieler Paare anbieten zu können. "Wir mussten gar nicht lange nachdenken: Schon mehrmals haben Paare bei uns angefragt, ob das Heiraten auch in der Krabat-Mühle in Schwarzkollm möglich ist", erzählt die Fachgruppenleiterin für das Hoyerswerdaer Standesamt. Was bisher immer verneint werden musste, wird nun aber fester ins Auge gefasst: Vor Kurzem gab es erste Gespräche und eine Ortsbesichtigung mit dem Krabat-Mühlen-Verein aus Schwarzkollm.

Gespräche haben begonnen

Der Verein steht dem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber. "Heiraten in der Krabat-Mühle - das wäre auch für uns eine attraktive Sache", sagt Vereinsvorsitzender Tobias Zschieschick. Geeigneter Ort wäre die Mühlenscheune - und einmal im Monat könnte der Verein den notwendigen Aufwand zum Umbau des Mobilars wohl verkraften. Allerdings müsse - bis das erste Ja-Wort gesprochen werden kann - noch einiges geklärt werden. "Wir haben ja für 2017 schon einen gut gefüllten Terminkalender. Das müsste noch miteinander koordiniert werden", so Zschieschick. Für die drei bis vier Wochen während der Krabatfestspiele und den vorherigen Proben im Juni und Juli fallen zusätzliche Belastungen durch Hochzeitsgesellschaften sicher weg. "Wir sind innerhalb des Vereins dazu noch in den Absprachen", erklärt der Vereinschef. Aber: Der Stein ist ins Rollen gekommen.

Für die Standesbeamtin Sylvia Karlstedt wäre es ein großer Gewinn, wenn neben dem Schloss und dem Rathaus auch langfristig ein dritter Ort für Eheschließungen vorhanden wäre.

Das Heiraten in Hoyerswerda hatte indes im vergangenen Jahr viele Facetten. Eine ziemlich besondere Hochzeit war jene mit einer Braut, die ein schwarzes Brautkleid gewählt hatte. "Außergewöhnlich" ist für Sylvia Karlstedt auch gewesen, für ein Paar, das vor 35 Jahren schon einmal geheiratet hatte, nun ein zweites Mal die Ehe zu schließen.

"Der Trend geht auch wieder mehr hin zu großen Hochzeitsgesellschaften", sagt die Standesbeamtin. Immer öfter ist die Zahl der Gäste, die an der Eheschließung teilnehmen, ziemlich groß. Für 2017 habe es sogar eine Vor anfrage für eine Eheschließung mit über 80 Gästen gegeben.

Der Wonnemonat Mai ist übrigens in Hoyerswerda gar nicht der beliebteste Heiratsmonat. Das war 2016 nämlich der Juni, als sich in Hoyerswerda 23 Paare das Ja-Wort gaben, dicht gefolgt allerdings vom Juli und dem Mai mit jeweils 21 Eheschließungen.

Noch kein Favoriten-Datum

Erstmals wurden 2016 im Hoyerswerdaer Standesamt gleich zwei Lebenspartnerschaften geschlossen. In den Jahren davor hatte man hier höchstens mal eine solche Verbindung zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern besiegelt.

Für das gerade angebrochene Jahr 2017 lassen sich bislang noch keine Hochzeitsdatum-Renner absehen. Immerhin startet der Januar mit zwei angemeldeten Eheschließungen ganz gut. Ob sich die Brautleute den 17.01.17 oder jene für den 17.07.17 das Datum wegen der Zahlenspielerei ausgewählt haben, vermag Sylvia Karlstedt nicht zu sagen. Klar ist aber: Der 1. April mit bisher einem fest angemeldeten Brautpaar wird kein Aprilscherz - denn es ist ein schöner Samstag zum Heiraten!

Zum Thema:
Sophie bleibt der beliebteste Mädchenvorname in und um Hoyerswerda. Dreizehnmal haben junge Eltern ihrem 2016 geborenen Baby diesen Vornamen gegeben. Das ist ein Phänomen: Denn auch schon 2013, 2014 und 2015 war Sophie der meistgewählte Name. In der Beliebtheitsskala gleich hinterher folgen Marie sowie Helene und Mia. Bei den Jungen hat Emil die Nase vorn. Zehnmal wurde der Name in die Geburtsurkunde geschrieben - im Vorjahr war noch Luca Spitzenreiter. Ebenfalls sehr beliebt sind die Vornamen Ben und Theo. Im Lausitzer Seenland Klinikum kamen 686 Babys zur Welt. 230 dieser Kinder - also zirka ein Drittel - sind echte Hoyerswerdaer, weil sie ihren Wohnsitz in der Stadt haben. 807 Sterbefälle hat das Standesamt Hoyerswerda registriert. Auch hier gehen Menschen mit einem anderen Wohnsitz in die Statistik ein, weil sie in Pflegeeinrichtungen der Stadt versterben.