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| 07:42 Uhr

Leuchtturm bekommt noch mehr Strahlkraft
Das Vorzeige-Objekt am Geierswalder See wächst

Am Mittwoch wurde auf der Baustelle am Leuchtturm Geierswalde Richtfest gefeiert. Nächste Woche kommen die Heizungsbauer.
Am Mittwoch wurde auf der Baustelle am Leuchtturm Geierswalde Richtfest gefeiert. Nächste Woche kommen die Heizungsbauer. FOTO: LR / Sascha Klein
Geierswalde. Geierswaldes Leuchtturm bekommt mehr Zimmer, eine Bar und Wellness. Der Neubau kostet 3,5 Millionen Euro. Von Sascha Klein

  Jetzt ist sie irgendwie ganz oben. Doch da oben liegt es Heike Struthoff nicht so ganz. Die Inhaberin des Geierswalder Leuchtturms klammert sich an das Baugerüst – etliche Meter über der Erde. „Höhe ist nicht so ihrs“, sagt Klaus-Dieter Struthoff ein paar Minuten später. Aber sie hält durch. Während ihr Mann sich mit dem letzten symbolischen Nagel quälen muss und mehr als die von Zimmerermeister Jens Wetter prognostizierten drei Schläge braucht, schaut sie der Szenerie zu. Langsam schwebt der Richtkranz am Kran an ihr vorbei. Wieder eine Etappe geschafft.

Nach dem Richtspruch geht Heike Struthoff ein paar Meter über das Gerüst – zum Anstoßen. Geschafft. Von ganz oben – in Höhe der zukünftigen Dachfenster – hält sie eine kurze Ansprache. „Im November vor fünf Jahren haben wir auch schon einmal ganz oben gestanden und Richtfest für den Leuchtturm gefeiert“, ruft sie. Unten stehen unter anderem Vize-Landrat Udo Witschas, die Beigeordnete Birgit Weber und Geierswaldes Ortsvorsteher Roland Sängerlaub. „Am 19.April 2014 haben wir den Leuchtturm dann eröffnet. Und am 19. April 2019 eröffnen wir hoffentlich unser neues Haus“, so Heike Struthoff weiter. „Bauen ist wie eine Wundertüte – und wie eine Mutprobe“, sagt sie aus luftiger Höhe.

Der Leuchtturm setzt Maßstäbe im Lausitzer Seenland – damals wie heute. Für den Neubau werden Struthoffs insgesamt 3,5 Millionen Euro investieren, um 16 neue Zimmer und Ferienwohnungen zu schaffen. Insgesamt sind es dann 40 – für bis zu 100 Gäste. Die Gesamtinvestition liegt Struthoff zufolge bei etwa acht Millionen Euro. Neu werden ab April die Sauna und der Wellnessbereich sein, so Klaus-Dieter Struthoff. Das sei etwas gewesen, das sich die Gäste immer wieder gewünscht haben. Also setzt es das Unternehmer-Ehepaar beim Ausbau jetzt um. Rund 30 Mitarbeiter hat der Leuchtturm zurzeit, drei bis vier sollen noch dazukommen.

Der Leuchtturm ist zum Vorzeige-Projekt am Geierswalder See geworden. Insgesamt wurden hier bis jetzt acht Millionen Euro investiert.
Der Leuchtturm ist zum Vorzeige-Projekt am Geierswalder See geworden. Insgesamt wurden hier bis jetzt acht Millionen Euro investiert. FOTO: LR / Sascha Klein

Was Heike Struthoff mit der „Wundertüte Bau“ gemeint hat? Ihr Mann wird konkreter: „Durch den Bau-Boom ist es nicht einfach, Firmen zu finden, die solch ein Projekt stemmen können und wollen“, sagt er. Letztlich seien auch die Preise im Bau von Jahr zu Jahr gestiegen, betont er. Das heißt: Jeder Investor muss klug verhandeln. Laut Klaus-Dieter Struthoff ist das gelungen.

Heike Struthoff hat es geschafft. Der offizielle Teil – ganz oben – ist beendet. Jetzt geht es für Investoren und Gäste eine Treppe tiefer. Noch etwas Neues am Leuchtturm: die Bikini-Bar. Ein großer Kerzenleuchter weist den Weg in die neue Gastronomie, die noch als Rohbau glänzt. Im April soll das schon anders aussehen. Eine große Glasfront gibt einen zauberhaften Blick auf den See, auf den Hafen und auf den Sonnenuntergang frei. „Es ist ein tolles Projekt an einem Super-Standort“, sagt der frühere Geierswalder Ortsvorsteher Karl-Heinz Radochla. „Hier zu sitzen bedeutet Hafen-Kino.“

Anstoßen auf einen weiteren guten Bauverlauf: Bauherrin Heike Struthoff erhebt das Glas gemeinsam mit den Bauleuten.
Anstoßen auf einen weiteren guten Bauverlauf: Bauherrin Heike Struthoff erhebt das Glas gemeinsam mit den Bauleuten. FOTO: LR / Sascha Klein

In der zukünftigen Bikini-Bar hat auch Bautzens Vize-Landrat Udo Witschas einen Blick auf den See. „Vor 15 Jahren haben wir als Bürgermeister im damaligen Zweckverband Elstertal darüber diskutiert, was ein Gast später im Seenland vorfinden soll“, erzählt er. Das, was das Ehepaar Struthoff auf die Beine gestellt hat, habe die Erwartungen der Kommunalpolitiker weit übertroffen, sagt Witschas. Auch aus Sicht des Landkreises ist der Leuchtturm ein Vorzeige-Objekt: „Es sind mutige Investoren. Sie setzen Maßstäbe und geben anderen Investoren Mut. Sie zeigen, dass es im Seenland funktioniert“, so Witschas.

Mit dem Bau der neuen Anlage ist für Struthoffs das Thema Erweiterung jedoch noch nicht abgeschlossen. Denn Gäste sollen künftig nicht nur per Landweg am Leuchtturm ankommen können, sondern auch vom See aus. Der Leuchtturm soll eine eigene Steganlage vor die Haustür bekommen. Klaus-Dieter Struthoff hofft, dass auch diese im Frühjahr 2019 entstehen kann.