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| 16:30 Uhr

Feuerwehr-Statistik
Rettungsleitstelle mit schwierigen Bedingungen

Hoyerswerda. Einsatzstatistik für die Feuerwehr: 161 Brände und fast dreimal so viele technische Hilfeleistungen

Die Integrierte Rettungsleitstelle in Hoyerswerda hat im vergangenen Jahr 185 670 Einsätze in den Landkreisen Bautzen und Görlitz koordiniert. 37 Prozent aller Einsätze und damit rund 69 600 entfielen auf die Notfallrettung, 35 Prozent auf den Krankentransport. Rund 23 000 Feuerwehreinsätze wurden ebenfalls von Hoyerswerda aus gesteuert. Diese Zahlen nannte der Hoyerswerdaer Feuerwehr-Fachbereichsleiter Dieter Kowark während der diesjährigen Jahresversammlung der Hoyerswerdaer Feuerwehren.

Was diese Zahlen nicht aussagen: Die Rahmenbedingungen zum Betrieb der Leitstelle werden für die Stadt Hoyerswerda immer schwieriger. Personalmangel, fehlende Ausbildungsmöglichkeiten für neue Disponenten und in der Konsequenz eine enorm hohe Arbeitsbelastung für die vorhandenen Disponenten belasten gegenwärtig alle sächsischen Leitstellen. „Von den fünf Leitstellen in Sachsen haben wir hier in der Lausitz aber die schwierigsten Rahmenbedingungen“, erklärte der Hoyerswerdaer Bürgermeister Thomas Delling (SPD). Er hoffe, dass bei der Landesregierung der Ernst der Lage erkannt sei und gegengesteuert werde.

63 Mitarbeiter stehen derzeit für die Integrierte Rettungsleitstelle Oberlausitz in der Stadt Hoyerswerda zu Buche. Für die Gefahrenabwehr durch die Berufsfeuerwehr Hoyerswerda im Rundum-Schicht-System weist der Stellenplan 51 Mitarbeiter für Einsatzvorbereitung und Rettungsdienst aus.

Die Hoyerswerdaer Feuerwehren wurden im Jahr 2017 insgesamt 682 mal zu Hilfe gerufen. Von dieser Anzahl betrafen jedoch nur 161 Einsätze (24 Prozent)  Brände. Der weit größere Teil der Einsätze bezog sich auf technische Hilfeleistungen. 424 mal halfen die Feuerwehrkameraden von Berufs- und freiwilligen Wehren bei Verkehrsunfällen, beseitigten Ölspuren oder Wassereinbrüche, halfen Tieren in Notlagen und nahmen Türnotöffnungen vor.

Fast 100 mal kam es allerdings auch zu blinden Alarmen oder vorsätzlich provozierten Meldealarm, für die die Kameraden jeweils umsonst ausrücken. „Das ist ein schwieriges Feld, wenn die Kameraden zu jeder Tages- und Nachtzeit um ihre Ruhe und Freizeit gebracht werden. Das müssen wir dringend lösen“, so Fachbereichsleiter Dieter Kowark.

Stolz sind die Feuerwehrkameraden auf ihre Arbeit im vorbeugenden Brandschutz und in der Brandschutzerziehung. Zahlreiche Aktionen wurden mit Kindereinrichtungen, Schulen und Vereinen organisiert. 38 Brandverhütungsschauen wurden durchgeführt. Außerdem nahmen 730 Personen an mehr als 40 Führungen in der Hauptfeuerwache teil.