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"Restloch" feiert beim "Stern über Burg" Bandjubiläum

Skabel, Falk, Hejo und Marced, die Musiker von "Restloch" aus Hoyerswerda, feierten beim "Stern über Burg" mit einem Konzert ihr 25. Bandjubiläum.
Skabel, Falk, Hejo und Marced, die Musiker von "Restloch" aus Hoyerswerda, feierten beim "Stern über Burg" mit einem Konzert ihr 25. Bandjubiläum. FOTO: Maria-Louise Nitschke
Burg. Punk ist mehr als nur Musik. Es ist auch Lebenseinstellung. Bei den vier Musikern der Band "Restloch" aus Hoyerswerda, die beim "Stern über Burg" ihr 25. Jubiläum feierten, ist das deutlich zu erkennen. Fürs Konzertpublikum gab's mächtig was auf die Ohren. Anja Guhlan / ang1

Der Konzertabend "Stern über Burg" im Spreetaler Ortsteil Burg, der eher sporadisch seit sechs Jahren veranstaltet wird, hat sich zu einem kleinen Highlight der Punkrock-Musikszene gemausert. Vor fünf Jahren feierten die Punkrocker von "Restloch" aus Hoyerswerda hier ihr 20. Bandjubiläum. Nun kehrten sie an die gleiche Stelle zurück, um das 25-jährige Bestehen der Band zu feiern.

Als gegen 23 Uhr Skabel, der Sänger, auf die Bühne steigt, feiern davor rund 120 Punkrock-Fans die Band. Volle Attacke, so könnte das Motto dieses Abends lauten. Es gab jedenfalls mächtig was auf die Ohren.

"Wir reisen bei unserem heutigen Konzert durch die vergangenen 25 Jahre", kündigte Skabel noch vor dem Auftritt an. So wird an diesem Abend auch der Song "Trotzdem" aus dem Jahr 1999 gespielt. "Und trotzdem mag ich diese Stadt, groß geworden in einem grauen Loch. Ich hatte dich doch schon so richtig satt, Hoyerswerda ich mag dich doch", lautet es in ihm. Der Song ist der populärste der Band und eine kleine Hommage an die Stadt, in der sich die Band in einem Club, dem "Linksabbieger", gründete. Bassist Hejo ist eines der Urmitglieder. Er erinnert sich: "Das Jahr 1992 war eine schwierige Zeit nach den rassistischen Ausschreitungen 1991 in der Stadt. Es hieß in dieser Zeit, sich als junger Mensch dieser Situation entgegenzustellen. Also machten wir Punkrock." Die Hoyerswerdaer coverten Punkrock-Bands wie "Dritte Wahl" oder sang ihre eigenen Songs - ausnahmslos alle in Deutsch. "Deutsch singen wir, weil wir deutsch sind und weil wir uns so am besten ausdrücken können. Die Aussage unserer Songs kommt damit noch mehr zum Tragen. Mit Englisch hätten wir es nur verfälscht. Unsere Songs sollen ehrlich und authentisch daher kommen", begründet Falk, der Schlagzeuger.

Die Zeiten der vor allem regional aktiven Band waren von hoher Fluktuation ihrer Mitglieder bestimmt. Mehr als zehn gehörten ihr mal mehr oder weniger in den vergangenen 25 Jahren an. Auch zwischenzeitliche Spielpausen gehören zur Geschichte der Band.

Heute spielen die mittlerweile alle Anfang oder Mitte 40-Jährigen etwa zwei bis drei Konzerte im Jahr. Dabei präsentiert die Band, zu der heute fest Skabel als Sänger, Hejo am Bass, Marced an der Gitarre und Falk am Schlagzeug gehören, immer noch die alten Songs. "Die sind unserer Meinung aktueller denn je. Denn auch heute gibt es Gruppierungen in Richtung AfD", erklärt Falk. Neue Songs sind in der Zeit nicht viele entstanden. "Aber wir wollen gerne wieder neue entstehen lassen - am besten auf Vinyl. Jedoch wollen wir das ohne Druck und Zwang machen", beschreibt Skabel die derzeitige Situation. Angesichts von eigenen Familien, der Arbeit, Haus und Hof ist das Bandleben etwas in den Hintergrund geraten. "Aber wir haben auf jeden Fall weiter Bock zu spielen. Und solange uns die Leute hören wollen, werden wir auch weiter spielen", sagt Skabel.

Vielleicht sind die Jungs in fünf Jahren wieder beim "Stern über Burg" zu erleben - bei ihrem womöglich 30. Bandjubiläum.