Am Freitag, 10. Januar, wird in Königsbrück das Epitaph des Maximilian Freiherr von Schellendorff nach umfangreicher Restaurierung vorgestellt. Die Vorstellung findet ab 18 Uhr in der Hauptkirche der Kamelienstadt statt. Wie Peter Sonntag, Vorstandsvorsitzender des Heimatvereins Königsbrück und Umgebung, sagt, wird zudem eine neu zusammengestellte Ausstellung zur Bedeutung des Epitaphs in der Geschichte von Königsbrück und des Markgraftums Oberlausitz zu sehen sein.

Die Historie des Epitaphs sei speziell, so Sonntag. Lange Jahre lag das Meisterwerk fast unerkannt, schwer beschädigt und zerlegt in einem Nebenraum der Königsbrücker Hauptkirche – von kaum jemandem beachtet. Erst im Jahr 2018 sei das Kunstwerk von Experten als Werk mit „herausragender kulturhistorischen Bedeutung“ erkannt worden.

Grabdenkmal enthält Hinweise auf die Bautzener Ortenburg

Dem Heimatverein Königsbrück ist es gelungen, durch Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassen-Stiftung, des Freistaates Sachsen, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und privater Spender ein Förderprojekt aufzustellen. Anschließend habe die Restaurierung beginnen können.

Paul Heermann (1673 bis 1732) schuf das Kunstwerk. Er zählt neben Balthasar Permoser zu den bedeutendsten Barockbildhauern in Sachsen und fertigte unter anderem Figuren für den Dresdner Zwinger und das Grüne Gewölbe, teilt der Königsbrücker Heimatverein mit. Dieses Epitaph enthalte gleichzeitig Hinweise auf den sogenannten „Vorritt“, auch „Rittersprung“ genannt, auf der Bautzener Ortenburg. Diesen Vorgang als ein Privileg des Adels des Markgraftums Oberlausitz hatte der Freiherr 1671 absolviert.