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Judo
Respekt im Sport lernen und im Alltag leben

Sieht zwar es martialisch aus, folgt jedoch klaren Regeln von Körperbeherrschung und Respekt:Judo. Hier Tommes Siermann und John Robert Sebastian.
Sieht zwar es martialisch aus, folgt jedoch klaren Regeln von Körperbeherrschung und Respekt:Judo. Hier Tommes Siermann und John Robert Sebastian. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Obwohl es für Judo eine lange Tradition in Hoyerswerda gibt, existiert derzeit beim SC nur noch eine kleine Trainingsgruppe. Der Verein sucht Mitstreiter, die Wissen über Judo weitergeben können. Von Katrin Demczenko

Judo hat in Hoyerswerda eine lange Tradition - und ist dennoch heute in der Zuse-Stadt leider nur noch eine Randsportart. Damit diese Kampfsportart beim Sportclub Hoyerswerda nicht ganz verloren geht, gibt Trainerin Martina Ramroth-Puls ihr Wissen darüber an 15 Kinder, Jugendliche und Erwachsene weiter. Der Sportlehrer der Oberschule „Am Stadtrand“ John Robert Sebastian vermittelt seinen Schülern der Klassen 5 bis 9 im Ganztagesangebot und im Neigungskurs ebenfalls Kenntnisse über diese waffenlose japanische Nahkampftechnik.

Judo bedeutet „Siegen durch Nachgeben“, erklärt Martina Ramroth-Puls „Wer die Kraft des Gegners besonders gut für seine eigenen Zwecke nutzt und ihn auf den Rücken zwingt, gewinnt den Kampf“, ergänzt sie. Eine ausgeprägte Körperkoordination, Beweglichkeit und Kraft sind Voraussetzung dafür, dass sich die Judoka in den Übungsstunden Fall-, Wurf- und Bodentechniken aneignen.

Diese werden nach dem Gürtelsystem gelehrt und von einer Prüfungskommission des Deutschen Judobundes abgenommen. Acht Kyu-Stufen vom weißen bis zum braunen Gürtel gibt es für „Lehrlinge“ und mehrere Dan-Stufen in schwarz, rot-weiß und rot für Meister, erzählt Martina Ramroth-Puls.

Die Vervollkommnung der Techniken ist aber nur ein Teil des Kampfsportes, den der Japaner Kano 1881 aus Teakwondo, JiuJitsu und Kungfu entwickelt hat. Der andere, ebenso wichtige Teil ist das gegenseitige Helfen beim Training und der anständige Umgang mit dem Gegner vor, während und nach einem Kampf. „Wenn Judoka diesen Respekt vor anderen Menschen mit in ihren Alltag nehmen, ist viel erreicht“, glaubt Ramroth-Puls. Der Verein sucht derzeit noch Mitstreiter mit Judokenntnissen, die die Ausbildung der Sportler in Hoyerswerda unterstützen können.

Das Training soll natürlich auch Spaß machen und Unternehmungen wie die Fahrt mit Donut-Booten auf dem Geierswalder See oder die Weihnachtsfeier bringen die Sportler näher zusammen.

In der kleinen Übungsgruppe gibt es nur Judoka - und es ist zweitrangig, ob das Jungen, Mädchen, Männer oder Frauen sind. Jeder übt mit jedem, wobei die Trainingspaare nach dem Körpergewicht zusammengestellt werden. Bei den Pokalwettkämpfen in Großräschen, Rammenau, Spremberg und Kamenz, an denen die Judo-Sportler des SC Hoyerswerda regelmäßig teilnehmen, treten sie nach Gewichtsklassen an. Männliche sowie weibliche Sportler kämpfen dann getrennt.

Im Jahr 2017 haben die Hoyerswerdaer, die jeden Montag und Donnerstag um 17 Uhr in der Turnhalle der Oberschule „Am Stadtrand“ trainieren, mehrmals Medaillen errungen. Die zehnjährige Jessica Riedel durfte sich darüber genauso freuen wie die 50-jährige Ilka Lachmann. Die Musiklehrerin des Förderzentrums für Körperbehinderte betreibt Judo erst seit etwa einem Jahr und steht bald vor ihrer dritten Kyu-Prüfung. Sie liebt das Training für Kopf und Körper, bei dem sie sich Bewegungsabläufe merken und diese kraftvoll undkonzentriert umsetzen muss. „Außerdem beinhaltet das Judotraining einige Griffe, die jedem im Alltag in einer Bedrohungssituation helfen können“, sagt sie.

Kontakt: judo@sportclub-hoyerswerda.de